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BMW Group Werk Steyr: Harald Gottsche übernimmt Geschäftsführung

Harald Gottsche

Seit Anfang Jänner leitet Harald Gottsche das BMW Group Werk Steyr. Der Manager wechselte vom mexikanischen Standort San Luis Potosí nach Steyr und München. Zusätzlich zu seiner Funktion als Werksleiter verantwortet er – wie bereits sein Vorgänger Klaus von Moltke – in Personalunion die weltweite Antriebsproduktion des bayerischen Autoherstellers. Damit bündelt Gottsche operative Verantwortung vor Ort mit strategischer Steuerung des globalen Produktionsnetzwerks.

In San Luis Potosí führte Gottsche in den vergangenen fünf Jahren ein junges Werk mit einem im Durchschnitt sehr jungen Team. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen blieb das Produktionsvolumen stabil. Unter seiner Leitung starteten die Anläufe des BMW 2er Coupés und des BMW M2. Seit 2024 wird der Standort für die E‑Mobilität ausgebaut: Das Fahrzeugwerk erhält eine Batteriemodul‑Fertigung. Zuvor hatte Gottsche leitende Aufgaben im Produktionsnetzwerk der BMW Group inne, unter anderem als Leiter der Montage im Münchner Stammwerk und als Leiter des Produktionskonzepts Mittelklasse.

Zuvor bei BMW in Mexiko

Für seine neue Aufgabe sieht Gottsche den Kontrast zwischen einem jungen Standort in Mexiko und dem traditionsreichen Motorenwerk in Steyr als besonders reizvoll. In Oberösterreich werden seit mehr als 40 Jahren Motoren produziert, die Belegschaft gilt als erfahren und hochqualifiziert. Der neue Werksleiter betont die Vorfreude auf die Zusammenarbeit und hebt die gewachsene Expertise am Standort hervor.

Weltweit einheitliche Standards bei BMW

Prägend für seinen Blick auf aktuelle Herausforderungen ist der Vergleich zwischen Mexiko und Europa. Innerhalb der BMW Group gelten weltweit identische Standards, Prozesse und Qualitätsansprüche; die äußeren Strukturen unterscheiden sich jedoch deutlich – von Arbeitszeitregelungen über Kosten bis zur Landeskultur. In vielen Ländern, so seine Beobachtung, sei die Bereitschaft groß, für Wohlstand und sozialen Aufstieg hart zu arbeiten. Daraus leitet Gottsche Druck auf den Wirtschaftsraum Europa ab, dem mit Innovation und Flexibilität begegnet werden müsse.

In den ersten Wochen in Steyr setzte Gottsche auf direkten Austausch. Er besuchte sämtliche Bereiche, führte zahlreiche Gespräche und verschaffte sich zu Fuß einen umfassenden Überblick. Sein Eindruck: Die Mitarbeitenden arbeiten gerne am Standort, die Stimmung ist gut und der Zusammenhalt groß. Gleichzeitig sei allen bewusst, dass die europäische Automobilindustrie insgesamt stark gefordert ist.

Zwei Handlungsfelder

Für das laufende Jahr priorisiert Gottsche zwei Handlungsfelder. Erstens steht ein steiler Hochlauf der E‑Motorenproduktion bevor. Dessen Gelingen ist zentral, um weltweit Kunden des neuen BMW iX3 sowie weiterer Modelle der „Neuen Klasse“, die heuer auf den Markt kommen, zu beliefern. Zweitens bleibt die Fertigung von Verbrennungsmotoren weiterhin ein Kernelement. Die Fähigkeit, flexibel auf globale Bedarfsschwankungen zwischen Verbrennern und Elektromotoren zu reagieren, bezeichnet er als klaren Standortvorteil von Steyr.

Harald Gottsche ist 52 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter. Als Expat aus Mexiko mit Wurzeln in der Oberpfalz plant er, seine Arbeitswoche künftig zur Hälfte in Steyr und zur Hälfte in München zu verbringen. Zusätzlich sind regelmäßige Reisen zu weiteren Standorten des globalen Antriebsnetzwerks vorgesehen. Persönlich freut er sich darauf, wieder näher an der Heimat zu sein und seine Familie häufiger persönlich zu sehen.

Fotos: BMW

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