Der europäische Gebrauchtwagenmarkt zeigt sich zum Jahresende 2025 weitgehend stabil – allerdings auf einem historisch hohen Preisniveau. Laut dem Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) von AutoScout24 liegt der durchschnittliche Preis europaweit bei 25.500 Euro. Im Vergleich zu 2024 (25.698 Euro) bedeutet das einen leichten Rückgang von 0,8 Prozent. Im Langzeitvergleich ist die Entwicklung jedoch deutlich: Seit 2019 (19.025 Euro) stiegen die Preise um 34 Prozent.
„Nach Jahren massiver Ausschläge durch Pandemie, Lieferengpässe und steigende Produktionskosten hat sich der Markt beruhigt, aber auf sehr hohem Niveau“, so Nikolaus Menches, Country-Manager von AutoScout24 Österreich. Ein wesentlicher Faktor für die hohen Preise sei die allgemeine Teuerung, die auch die Mobilitätskosten beeinflusst – eine Entwicklung, die auch 2026 prägend sein dürfte.
Österreich bleibt teuerster Markt im Vergleich
Mit einem Durchschnittspreis von 29.505 Euro führt Österreich den Ländervergleich an. Gegenüber 2024 (29.543 Euro) ergibt sich ein minimaler Rückgang von -0,1 Prozent, was eine weitgehende Stagnation signalisiert. Im Vergleich zu 2019 (20.156 Euro) beträgt der Anstieg jedoch 46,4 Prozent – ein Spitzenwert in Europa. Gründe sind unter anderem die hohe Inflationsrate, die in Österreich doppelt so hoch liegt wie im Eurozonen-Durchschnitt.
Benelux-Staaten mit kräftigen Zuwächsen
Auch Belgien und die Niederlande verzeichnen deutliche Preissteigerungen. In Belgien liegt der Durchschnitt 2025 bei 25.016 Euro, ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber 2024. Seit 2019 stiegen die Preise um 43,2 Prozent. Die Niederlande zeigen eine ähnliche Entwicklung: Mit 24.334 Euro liegt der Wert nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr, aber 46,4 Prozent über dem Niveau von 2019.
Deutschland stabil, Italien mit Rückgang
Deutschland bleibt konstant: 27.787 Euro im Jahr 2025 entsprechen praktisch dem Vorjahreswert. Seit 2019 ergibt sich ein Plus von 34,8 Prozent. Italien hingegen bildet die Ausnahme: Dort sank der Durchschnittspreis auf 21.273 Euro, ein Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber 2024. Dennoch liegen die Preise auch hier fast 40 Prozent über dem Vorkrisenniveau.
Angebot und Nachfrage: Robuste Marktstruktur
Das Angebot auf AutoScout24 blieb in Deutschland und Österreich stabil, während Belgien ein Minus von drei Prozent verzeichnete. Italien legte leicht zu (plus ein Prozent), die Niederlande sogar um zehn Prozent – unter anderem durch eine stärkere Präsenz professioneller Händler. Die Nachfrage entwickelte sich ebenfalls moderat: Österreich verzeichnete laut Statistik Austria von Januar bis November 765.632 Halterwechsel, ein Plus von 0,6 Prozent. Belgien (plus 0,2 Prozent) und Deutschland (minus 0,1 Prozent) blieben nahezu unverändert, während Italien (plus 2,1 Prozent) und die Niederlande (plus 2,2 Prozent) dynamischer zulegten.



