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Skoda Enyaq RS: sportliches Elektro‑Coupé mit Praxisfokus

Skoda Enyaq RS Coupé

Der überarbeitete Skoda Enyaq Coupé RS markiert die sportliche Speerspitze der Baureihe: zwei E‑Motoren, Allrad, bis zu 250 kW (340 PS) und eine nutzbare Batterie von 79 kWh sollen Dynamik mit Langstreckentauglichkeit verbinden. Gleichzeitig hat der tschechische Hersteller, der unlängst einen elektrischen Siebensitzer namens Peaq angekündigt hat, zum Modelljahr 2025/2026 bei Antrieb, Effizienz und Ladeleistung nachgeschärft – mit DC‑Spitzen bis 185 kW und WLTP‑Verbräuchen ab 16,4 Kilowattstunden je hundert Kilometer.

Fahreigenschaften: Schnell, souverän – mehr Cruiser als Kurvenräuber

Mit 340 PS, 679 Newtonmetern Systemdrehmoment und Allradantrieb setzt der RS auf eine Kombination aus PSM hinten und ASM vorn; das ermöglicht spontane Traktion aus dem Stand und ein fein dosierbares Herausbeschleunigen aus Kurven. Der Standardsprint liegt bei 5,4 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h limitiert – alltagstauglich und auf der Autobahn akustisch unaufdringlich.

Im Fahralltag überzeugt der RS weniger als Tracktool denn als sportlicher Langstrecken‑Cruiser: Das straffer abgestimmte Sportfahrwerk (optional adaptiv) hält die gut 2,2 Tonnen im Zaum, federt Querrinnen sauber weg und bleibt auf schlechten Belägen gelassen – ein Charakter, den man als ausgewogen und leise beschreiben kann. In schnellen Wechselkurven ist gleichwohl spürbar, dass hier ein großes, hohes SUV‑Coupé unterwegs ist: Die Lenkung arbeitet präzise, doch bei forcierter Gangart meldet sich das Gewicht; die Serienbereifung priorisiert Effizienz vor maximaler Seitenführung, was neutral bis leicht untersteuernd wirkt.

Ladeverhalten: deutlicher Sprung bei den RS‑Modellen

Die RS‑Varianten profitieren von der überarbeiteten Hochvolttechnik. DC‑Schnellladen gelingt nun mit bis zu 185 kW, was zehn bis 80 Prozent in knapp unter einer halben Stunde ermöglicht – gegenüber den früheren 35 Minuten ein spürbarer Fortschritt, vor allem auf langen Etappen. AC lädt serienmäßig mit elf Kilowatt. So dauert es von null auf hundert Prozent rund achteinhalb Stunden.

Im Test zeigte sich, dass der RS im optimalen SoC‑Fenster früh hoch ansetzt und die Leistung lange hält: Im 10–80‑Prozent‑Fenster werden im Schnitt knapp unter hundert kW erreicht, mit einem Peak nahe 170 kW – solide Werte für eine 400‑V‑Architektur und praxisrelevant für Reisegeschwindigkeit und Pausenplanung. Wer häufig Autobahn fährt, profitiert jedenfalls von der verbesserten DC‑Performance; wer überwiegend regional unterwegs ist, wird die Effizienz und die gute Geräuschkultur schätzen.

Verbrauch & Reichweite: effizienter als der Auftritt vermuten lässt

Skoda nennt für das Coupé RS je nach Konfiguration 15,8 bis 16,2 Kilowattstunden (kW) je hundert Kilometer nach WLTP. Im Zulassungsschein sind 16,4 kW notiert; ein Wert, den der BEV im Winter nicht erreicht. Die kombinierte Reichweite gibt Skoda von 551 bis 562 Kilometer an; die technische Basis bleibt das 82‑kWh‑Brutto‑Pack (79 kWh netto). Bei sanfter Fahrweise und milden Temperaturen ist diese Reichweite im Ecomodus sogar erreichbar, während unter Autobahn‑Bedingungen die bekannten Einbußen auftreten – ein typisches Muster für MEB‑Fahrzeuge.

Die Praxis zeigt, dass der RS bei ruhiger Fahrweise sparsam sein kann, bei zügiger Gangart jedoch spürbar zulegt: Ein früherer Realverbrauchs‑Check des vormals schwächeren RS‑Modells dokumentierte ~25 kWh/100 km im gemischten Alltag, was die Bandbreite zwischen Eco‑ und Sport‑Profil gut illustriert. Mit dem Facelift (APP550‑E-Maschine hinten, Software‑Feinschliff) wurde die Effizienz verbessert, was sich beim Verbrauch widerspiegelt.

Innenraum & Ergonomie: RS‑Details ohne Allüren

Im Cockpit mischt Skoda klare Bedienlogik mit eigenständigen RS‑Akzenten: Sportsitze (Alcantara/RS‑Stiche), ein griffiges Lenkrad und grün kontrastierte Ziernähte transportieren Sport‑Ambiente, ohne die Marken‑Pragmatik zu überdecken. Das 13‑Zoll‑Zentraldisplay läuft auf der neuen Software‑Generation mit vereinfachter Struktur, dazu gibt es physische Schnellwahltasten unter den Lüftungsdüsen – ein Kompromiss, der im Alltag tatsächlich für weniger Ablenkung sorgt.

Die Platzverhältnisse zählen weiterhin zu den Stärken: Trotz Coupé‑Dach bleiben fünf vollwertige Sitzplätze, viel Ablagenraum und ein Kofferraum mit 570 bis 1.610 Litern – in der Praxis mehr als ausreichend für Familien‑ und Freizeit‑Equipment. Das optionale Panoramaglasdach bringt Licht, kostet aber ein paar Millimeter Kopffreiheit hinten; hier gilt: Probesitzen mit großgewachsenen Passagieren. Assistenz, Komfort & Konnektivität
Serien‑ und Optionsumfang sind RS‑typisch üppig: Matrix‑LED, Head‑up‑Display (AR), umfangreiche Assistenzpakete und ein reichhaltiges Infotainment mit Online‑Diensten. Die jüngsten Software‑Updates verbessern Menülogik und Routenführung (inklusive Ladeplanung), was auf Langstrecke spürbar entlastet. Subjektiv bleibt die Bedienung im RS damit niederschwelliger als bei manchen Konzernschwestern.

Alltag & Ladenetz: wie weit, wie schnell, wie oft?

Für den typischen Arbeits‑ und Familienmix ist die Kombination aus 79 kWh netto und 185 kW DC stimmig: Wer zu Hause mit elf kW lädt und unterwegs gezielt HPC‑Stopps setzt, kommt mit einem 25–30‑Minuten‑Halt je 300 bis 350 Kilometer gut voran – je nach Tempo, Temperatur und Topographie. Die RS‑Spezifikation profitiert jedenfalls primär von den hohen HPC‑Raten. Im direkten Wettbewerbsvergleich bewegt sich der RS damit auf Augenhöhe: Er lädt schneller als viele frühere MEB‑Derivate, ohne die 800‑V‑Elite zu erreichen – in Summe aber reisefähig und kostenseitig kalkulierbar, weil die Ladeleistung über ein breites SoC‑Fenster stabil bleibt.

Fazit: Der Skoda Enyaq Coupé RS ist kein E‑Hot‑Hatch im SUV‑Kleid, sondern ein schneller, komfortabler Stromer mit sehr guter Alltagstauglichkeit: Das Fahrwerk hält die Balance zwischen Straffheit und Komfort, die Assistenz ist umfangreich, und beim Laden hat Skoda die relevanten Sekunden gefunden. Unterm Strich präsentiert sich der RS als stimmiges Gesamtpaket – sportlicher als der „normale“ Enyaq, aber markentypisch vernunftbegabt. Und wer es eine Nummer kleiner mag, dem sei der Skoda Elroq RS empfohlen.

SkodaEnyaq RS Coupé
Preisab € 59.650,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 63.787,60 unter anderem inklusive schwenkbare Anhängerkupplung € 706,80, Maxx-Paket € 1.524,- und Außenfarbe Mamba-Grün € 613,20
Garantie: 2 Jahre ohne km-Beschränkung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf 70 Prozent der ursprünglichen Akkukapazität
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre
Technische DatenMotor: hinten permanenterregter Synchronmotor, vorne Asynchronmaschine, 250 kW/340 PS Spitzenleistung, 77 kW/105 PS Dauerleistung, max. Drehmoment 679 Nm
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,4 s
WLTP-Verbrauch: 16,4 kWh
Testverbrauch: 19,9 kWh
EckdatenL/B/H: 4.660/1.879/1.608 mm
Radstand: 2.769 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2.247/2.750 kg
Anhängelast gebr./ungebr.: 1.200/750 kg
Akku (brutto/netto): 84/79 kWh
Kofferraum: 570-1.610 l
Reifen: 4 x 235/45 R21 101T auf 21“-Alus
SicherheitRegelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/RCTA/TPMS/ACC
Airbags: 6

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