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Polestar 2 Long Range Single Motor: Reichweite, Laden und Fahrverhalten im Test

Polestar 2 Long Range Single Motor

Polestar gehört zu den jüngsten Premiummarken im Automobilbereich, blickt jedoch auf eine längere Geschichte zurück. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1996 zurück, als das schwedische Motorsportteam Flash Engineering gegründet wurde, das später als Polestar Racing bekannt wurde. Volvo übernahm die Marke im Jahr 2015 und positionierte sie ab 2017 gemeinsam mit der chinesischen Konzernmutter Geely als eigenständigen Hersteller von elektrifizierten Fahrzeugen. Heute versteht sich Polestar als schwedische Premium-Elektromarke mit Fokus auf Design, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Der Polestar 2 war das erste vollelektrische Großserienmodell der Marke und entwickelte sich rasch zum wichtigsten Volumenmodell des Herstellers.

Optik innen & außen: Eigenständiger Weg

Optisch verfolgt der Polestar 2 auch im Modelljahr 2026 einen eigenständigen Weg. Die Karosserie verbindet Fastback, Limousine und Crossover miteinander. Mit einer Länge von 4,61 Metern wirkt das Fahrzeug auf den 20er-Alus kompakt genug für den urbanen Alltag, bietet gleichzeitig aber eine markante Straßenpräsenz. Die Front erinnert mit den charakteristischen LED-Scheinwerfern und der geschlossenen Kühlerpartie an moderne skandinavische Designprinzipien. Klare Linien, kurze Überhänge und eine schnörkellose Formgebung prägen das Erscheinungsbild. Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,278 zeigt zudem, dass die Form nicht nur ästhetischen, sondern auch aerodynamischen Ansprüchen genügt.

Minimalismus auch im Cockpit

Im Innenraum setzt der geräumige Fünfsitzer weiterhin auf Minimalismus. Das Cockpit wirkt modern, aufgeräumt und hochwertig verarbeitet. Statt einer Vielzahl klassischer Schalter dominiert ein zentraler 11,2-Zoll-Touchscreen die Mittelkonsole. Direkt vor dem Fahrer befindet sich ein 12,3 Zoll großes digitales Kombiinstrument. Die Materialauswahl orientiert sich an einem modernen Premiumverständnis mit nachhaltigen und teilweise veganen Materialien. Die Sitze bieten guten Langstreckenkomfort und vermitteln durch ihre ergonomische Auslegung einen hochwertigen Eindruck. Trotz des sportlich abfallenden Hecks fällt das Platzangebot sowohl vorne als auch hinten ordentlich aus. Der Kofferraum der Limousine fasst 484 Liter, zusätzlich steht unter der Fronthaube ein 41 Liter großer Frunk zur Verfügung. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.411 Liter an.

Ausstattung: Umfangreich um 55.890 Euro

Bereits die Serienausstattung fällt umfangreich aus. LED-Scheinwerfer, aktive Fernlichtautomatik, elektrische Heckklappe, Sitzheizung vorne, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, CleanZone-Luftfiltersystem, kabelloses Laden für Smartphones sowie zahlreiche Fahrerassistenzsysteme gehören zum Standardumfang. Optional können Käufer verschiedene Pakete konfigurieren. Besonders gefragt dürften das Plus-Paket mit Panorama-Glasdach und erweiterten Komfortfunktionen sowie das Pilot-Paket mit Pilot Assist und zusätzlichen Assistenzsystemen sein. Das getestete Long Range Single Motor Modell startet in Österreich bei 55.890 Euro.

Eine besondere Stärke des Polestar 2 bleibt das Infotainment. Das Fahrzeug war eines der ersten Serienautos mit vollständig integriertem Android Automotive Betriebssystem. Google Maps, Google Assistant und der Google Play Store sind direkt ins Fahrzeug integriert und benötigen keine Smartphone-Spiegelung, um ihre Funktionen bereitzustellen. Die Bedienung erfolgt überwiegend intuitiv und die Sprachsteuerung arbeitet zuverlässig. Over-the-Air-Updates ermöglichen zudem regelmäßige Softwareverbesserungen ohne Werkstattbesuch. Ergänzt wird das System durch DAB+, Bluetooth, 4G-Konnektivität sowie die Polestar Connect Dienste. Im Premiumsegment zählt dieses Infotainmentsystem weiterhin zu den modernsten Lösungen auf dem Markt.

Antrieb & Antritt: Sportlich per Heckantrieb

Beim Antrieb setzt der Long Range Single Motor seit dem technischen Update auf Heckantrieb. Diese Konfiguration verbessert die Gewichtsverteilung und verleiht dem Fahrzeug ein ausgewogenes Fahrverhalten. Der Permanentmagnet-Synchronmotor entwickelt 220 kW beziehungsweise 299 PS und liefert ein Drehmoment von 490 Newtonmetern. Den ansatz- und geräuschlosen Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der Wagen in 6,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 205 km/h. Im Alltag überzeugt der Antrieb durch spontane Leistungsentfaltung und hohe Laufkultur. Die Kraft steht ohne Verzögerung bereit und ermöglicht souveräne Überholmanöver.

Auch fahrdynamisch präsentiert sich der Polestar 2 erfreulich ausgewogen. Das Fahrwerk mit McPherson-Vorderachse und Mehrlenker-Hinterachse vermittelt einen soliden Eindruck. Die Lenkung arbeitet präzise und direkt, ohne künstlich sportlich zu wirken. Gleichzeitig bleibt der Fahrkomfort auf einem guten Niveau. Das Fahrzeug vermittelt hohe Stabilität bei Autobahntempo und bleibt auch auf kurvigen Landstraßen neutral und gut kontrollierbar. Die Gewichtsverteilung von 48 zu 52 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse unterstützt diesen Eindruck zusätzlich. Wer ein besonders sportliches Elektrofahrzeug sucht, findet dynamischere Alternativen, für den Alltag gelingt Polestar aber ein überzeugender Kompromiss zwischen Komfort und Agilität.

Reichweite & Laden: Gelungenes Gesamtkonzept

Ein wichtiges Kaufargument stellt die Reichweite dar. Der Polestar 2 Long Range Single Motor nutzt eine Batterie mit 82 kWh (Kilowattstunden) Nennkapazität beziehungsweise 79 kWh nutzbarer Kapazität. Laut WLTP sind bis zu 659 Kilometer Reichweite möglich. Der Normverbrauch liegt zwischen 14,8 und 15,8 kWh pro 100 Kilometer – der Zulassungsschein sagt 15 kWh. Damit gehört die Version zu den effizientesten Varianten der Baureihe. In der Praxis liegt der Wagen auch in dieser Bandbreite.

Auch die Ladeeigenschaften präsentieren sich zeitgemäß. An AC-Ladestationen lädt das Fahrzeug dreiphasig mit bis zu 11 kW. Eine vollständige Ladung dauert unter optimalen Bedingungen rund sieben Stunden. An Schnellladestationen unterstützt das Fahrzeug DC-Ladeleistungen von bis zu 205 kW. Unter optimalen Bedingungen lässt sich die Batterie in etwa 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Die Optimalbedingungen sind natürlich Laborwerte: In der Praxis kommt die Limousine bei der Leistung auch knapp an den Peak heran. In Summe hinterlässt er beim DC-Laden einen sehr guten Eindruck. Damit eignet sich der Polestar 2 nicht nur für den Pendelverkehr, sondern auch für längere Reisen.

Wettbewerb & Sicherheit: Die Argumente für den Polestar 2

Im Wettbewerbsumfeld tritt der Polestar 2 gegen etablierte Modelle wie das Tesla Model 3, den BMW i4, den Hyundai Ioniq 6, den BYD Seal oder den VW ID.7 an. Gegenüber dem Tesla punktet der Schwede vor allem mit seiner hochwertigen Materialanmutung und dem eigenständigen Design. Im Vergleich zum BMW i4 wirkt er minimalistischer und digitaler. Gegenüber dem Hyundai Ioniq 6 bietet er ein klassischeres Karosseriekonzept mit großer Heckklappe. Seine größte Stärke bleibt die gelungene Kombination aus Premiumanspruch, Bedienbarkeit, Effizienz und unverwechselbarem skandinavischem Charakter.

Im Bereich Sicherheit zeigt sich der Polestar 2 ebenfalls sehr gut aufgestellt. Serienmäßig verfügt das Fahrzeug unter anderem über adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Blind Spot Information System, Cross Traffic Alert mit Bremseingriff, Gegenverkehrs-Kollisionsvermeidung, 360-Grad-Kamerasystem, Parkassistenz, Heckkollisionswarnung sowie zahlreiche Brems- und Stabilitätsassistenten. Hinzu kommen acht Airbags, eine Sicherheitszelle aus Borstahl, ISOFIX-Befestigungen und automatische Notrufsysteme. Die Sicherheitsausstattung bewegt sich damit auf dem Niveau aktueller Premiumfahrzeuge.

Fazit: Der Polestar 2 Long Range Single Motor des Modelljahres 2026 präsentiert sich als ausgereiftes Elektroauto mit hoher Reichweite, überzeugender Effizienz und einem der besten Infotainmentsysteme seiner Klasse. Das eigenständige Design, die gute Verarbeitungsqualität und die umfangreiche Sicherheitsausstattung machen ihn zu einer interessanten Alternative zu den etablierten Angeboten von Tesla, BMW oder Hyundai. Besonders Fahrer, die ein modernes Elektrofahrzeug mit skandinavischem Charakter und hoher Alltagstauglichkeit suchen, finden im Polestar 2 einen überzeugenden Begleiter. Und zum Test über den Polestar 3 geht es hier.

Polestar2 Long Range Single Motor
Preisab € 55.890,- inkl. Steuern und Abgaben, Testwagenpreis € 62.290,-
Garantie: 2 Jahre, 2 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf den Akku
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre
Technische DatenMotor: permanenterregter Synchronmotor, 220 kW/299 PS Spitzenleistung, 132 kW/180 PS Nenndauerleistung, max. Drehmoment 490 Nm
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Heckantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,2 s
WLTP-Verbrauch: 15 kWh
Testverbrauch: 15,3 kWh
EckdatenL/B/H: 4.606/1.985/1.479 mm
Radstand: 2.735 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2.041/2.500 kg
Anhängelast gebr./ungebr.: 1.500/750 kg
Kofferraum: 484-1.411 Liter
Frunk: 41 Liter
Akku: 82/79 kWh (brutto/netto)
Reifen: 4 x 245/40 R20 99H auf 20“-Alus
SicherheitRegelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS
Airbags: 8