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Hyundai Ioniq 6 N line: 800-Volt-Technik, 325 PS und gut 500 Kilometer Reichweite

Hyundai Ioniq 6 N line

Mit dem Ioniq 6 hat Hyundai im Jahr 2022 eines der ungewöhnlichsten Elektroautos der Gegenwart auf den Markt gebracht. Während viele Hersteller auf SUV-Konzepte setzten, entschieden sich die Koreaner bewusst für eine aerodynamisch optimierte Limousine mit fließender Silhouette und einem außergewöhnlich niedrigen Luftwiderstandsbeiwert. Das Modell basiert wie der Ioniq 5 auf der speziell für Elektrofahrzeuge entwickelten E-GMP-Plattform und wurde von Beginn an auf Effizienz, Schnellladefähigkeit und Reichweitenstärke ausgelegt.

Eigenständiges Design mit klarer Identität

Mit der Modellpflege erhielt der Ioniq 6 eine überarbeitete Frontpartie, ein neu gestaltetes Heck, eine verfeinerte Innenraumgestaltung sowie eine neue 84-kWh-Batterie. Gleichzeitig führte Hyundai erstmals die sportlich orientierte N-Line-Ausstattung ein, die optisch deutliche Anleihen beim Hochleistungsmodell Ioniq 6 N nimmt. Gerade die Variante N Line AWD mit 84-kWh-Batterie und 325 PS zeigt deutlich, wie weit sich Hyundai inzwischen vom Image des preisorientierten Volumenherstellers entfernt hat.

Auch nach der Modellpflege hebt sich der Ioniq 6 deutlich vom Einheitsbrei vieler Elektrofahrzeuge ab. Die Karosserie folgt weiterhin konsequent dem Leitgedanken des „Electrified Streamliner“. Die langgezogene Dachlinie, die niedrige Front und das sanft auslaufende Heck dienen nicht nur der Optik, sondern vor allem der Aerodynamik. Der Luftwiderstandsbeiwert von lediglich 0,21 zählt weiterhin zu den besten Werten der Branche.

Die N-line-Ausführung setzt zusätzlich sportliche Akzente. Neu gestaltete Stoßfänger, schwarze Außenspiegelgehäuse, markantere Seitenschweller, spezifische Leuchtengrafiken und exklusive 20-Zoll-Räder verleihen dem Fahrzeug deutlich mehr Präsenz. Hyundai orientierte sich dabei sichtbar am RN22e-Konzeptfahrzeug sowie am späteren Ioniq 6 N.

Trotz seiner Länge von knapp 4,94 Metern wirkt der Fünfsitzer der südkoreanischen Marke erstaunlich kompakt und dynamisch. Besonders auf österreichischen Autobahnen fällt auf, wie harmonisch die Formensprache geworden ist. Das Facelift hat dem Fahrzeug sichtbar gutgetan.

Hochwertiger Innenraum mit verbesserter Bedienung

Im Innenraum verfolgt Hyundai weiterhin das Konzept des „Mindful Cocoon“. Der Fahrerplatz wirkt modern, aufgeräumt und hochwertig. Zwei 12,3-Zoll-Bildschirme bilden das digitale Zentrum des Cockpits. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau, die verwendeten Materialien wirken deutlich hochwertiger als in vielen Wettbewerbern ähnlicher Preisklassen.

Besonders erfreulich ist, dass Hyundai nicht dem Trend zur vollständigen Digitalisierung aller Funktionen folgt. Die Klimasteuerung verfügt weiterhin über physische Bedienelemente, wodurch sich wichtige Einstellungen während der Fahrt schneller und intuitiver anpassen lassen. Die überarbeitete Mittelkonsole verbessert zusätzlich die Ergonomie. Die N-Line-Version bietet darüber hinaus Sportsitze mit roten Kontrastnähten, ein spezielles Lenkrad, rote Akzente im Cockpit sowie zahlreiche exklusive Designmerkmale. Das Ergebnis ist eine sportliche Atmosphäre ohne Übertreibungen.

Im Fond profitieren Passagiere vom langen Radstand von 2,95 Metern. Die Beinfreiheit bewegt sich auf Oberklasse-Niveau. Lediglich die stark abfallende Dachlinie schränkt die Kopffreiheit für sehr große Mitfahrer etwas ein.

325 PS treffen auf souveräne Fahrdynamik

Technisch setzt der Ioniq 6 AWD auf zwei Elektromotoren mit einer Systemleistung von 239 kW beziehungsweise 325 PS sowie 605 Nm Drehmoment. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in rund 5,1 Sekunden. Damit bewegt sich die Limousine bereits auf sportlichem Niveau. Noch beeindruckender als die Beschleunigungswerte ist allerdings die Souveränität, mit der der Hyundai Geschwindigkeit aufbaut. Gerade auf Schnellstraßen und Autobahnen wirkt das Fahrzeug ausgesprochen gelassen. Der tiefe Schwerpunkt durch die im Fahrzeugboden verbaute Batterie sorgt für hohe Fahrstabilität und geringe Wankbewegungen.

Hinzu kommt die ausgezeichnete Geräuschdämmung. Windgeräusche bleiben selbst bei höherem Tempo erstaunlich niedrig. Hier spielt die ausgeklügelte Aerodynamik erneut ihre Stärken aus. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, ohne unangenehm zu wirken. Es passt hervorragend zum Charakter eines elektrischen Gran Turismo. Wer einen reinrassigen Sportwagen sucht, wird bei einem Porsche Taycan besser aufgehoben sein. Wer jedoch einen ausgewogenen Langstrecken-Stromer mit hoher Fahrstabilität sucht, findet im Ioniq 6 eines der überzeugendsten Angebote am Markt.

Referenz beim Schnellladen

Eine der größten Stärken des Ioniq 6 bleibt seine Ladetechnik. Hyundai setzt weiterhin auf eine moderne 800-Volt-Architektur, die selbst im Premiumsegment noch keineswegs selbstverständlich ist. Die N-Line-AWD-Version mit 84-kWh-Batterie kann an geeigneten HPC-Säulen mit bis zu 260 kW laden. Unter idealen Bedingungen gelingt der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in etwa 18 Minuten. In der Praxis kommt er nahe an den Laborwert heran. Ladeleistungen zwischen 220 und 240 kW sind auch über längere Zeit realistisch. Den Ioniq 6 kann man diesbezüglich getrost als Benchmark bezeichnen.

An der heimischen Wallbox lädt das Fahrzeug dreiphasig mit bis zu 11 kW Wechselstrom. Das heißt, der Akku ist nach knapp sieben Stunden wieder voll. Mit diesen Ladeleistungen beweist der Fünfsitzer seine Alltagstauglichkeit und widerspricht allen Kritikern der E-Mobilität vehement.

Je nach Konfiguration sind WLTP-Reichweiten von bis zu rund 570 bis 650 Kilometern möglich. Bemerkenswert ist dabei weniger die nackte Zahl als vielmehr die hohe Effizienz, die Hyundai durch konsequente Aerodynamik erreicht.

Konkurrenz: Zwischen Tesla, BMW und Polestar

Im Wettbewerbsumfeld trifft der Ioniq 6 AWD auf Fahrzeuge wie das Tesla Model 3 Long Range, den Polestar 2 Dual Motor, den BMW i4 xDrive40 sowie in manchen Ausstattungsvarianten auch auf den BYD Seal AWD. Gegenüber dem Tesla punktet Hyundai mit höherer Verarbeitungsqualität, einer klassischeren Bedienphilosophie und der nochmals schnelleren Ladetechnik. Gegenüber dem BMW i4 bietet er mehr Innenraum und mehr Reichweite pro Kilowattstunde. Der Polestar 2 wirkt im Vergleich inzwischen deutlich älter und kann weder bei Aerodynamik noch Ladegeschwindigkeit vollständig mithalten. Damit positioniert sich der Ioniq 6 N Line AWD heute als ernsthafte Alternative zu etablierten Premiumanbietern.

Fazit: Der Hyundai Ioniq 6 N Line AWD gehört aktuell zu den technisch überzeugendsten Elektrofahrzeugen seiner Klasse. Die Kombination aus hocheffizienter Aerodynamik, leistungsstarkem Allradantrieb, großzügigem Platzangebot, hervorragender Schnellladetechnik und hoher Langstreckentauglichkeit ergibt ein sehr stimmiges Gesamtpaket, der Hyundai-Österreich-Geschäftsführer Roland Punzengruber sicherlich viel Freude bereiten wird. Das polarisierende Design wird zwar weiterhin Geschmacksache bleiben, wirkt nach der Überarbeitung jedoch deutlich harmonischer. Wer ein Elektroauto sucht, das sich bewusst von der SUV-Masse abhebt und gleichzeitig zu den besten Reisefahrzeugen am Markt zählt, sollte den Ioniq 6 N Line AWD unbedingt auf die persönliche Probefahrtsliste setzen. Sein größter Trumpf ist dabei nicht die Leistung von 325 PS, sondern die bemerkenswerte Effizienz, mit der er diese Leistung nutzt. Informationen über den Hyundai Ioniq 3 gibt es hier.

HyundaiIoniq 6 N line 84 kWh AWD
Preisab € 53.990,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 57.160,- unter anderem inklusive Schiebedach und digitale Außenspiegel
Garantie: 5 Jahre ohne km-Begrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf den Akku
Service: alle 20.000 km oder jedes Jahr
Technische DatenMotor: vorne und hinten je ein permanenterregter Synchronmotor, vorne 73,9 PS/100 kW Spitzenleistung, hinten 165,4 PS/225 PS Spitzenleistung, max. Drehmoment vorne 255 Nm, hinten 350 Nm
Gesamtleistung: 239,3 kW/325 PS
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,1 s
WLTP-Verbrauch: 15,4 kWh
Testverbrauch: 15,8 kWh
EckdatenL/B/H: 4.935/1.880/1.495 mm
Radstand: 2.950 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2.110/2.520 kg
Anhängelast gebr./ungebr.: 1.500/750 kg
Kofferraum: 401 Liter
Frunk: 14,5 Liter
Akku: 84 kWh
Reifen: 4 x 245/40 R20 99Y auf 20“-Alus
SicherheitRegelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS
Airbags: 8
GeländedatenBodenfreiheit: 141 mm
Böschungswinkel vorne/hinten: 20,1°/22,9°