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Mazda CX-60 AWD Homura Plus im Test: Stärken und Schwächen des 3,3-Liter-Diesels

Mazda CX-60

Mit dem aktuellen CX-60 des Modelljahres 2026 hält Mazda an einem Konzept fest, das auf dem heutigen SUV-Markt fast exotisch wirkt: großer Reihensechszylinder-Diesel, 48-Volt-Mildhybrid-System, Hinterradantriebsplattform und in dieser Version serienmäßiger Allradantrieb. In der Ausführung Homura Plus tritt der CX-60 zudem als besonders hochwertig ausgestattete, sportlich gezeichnete Topvariante an. Offiziell wurde das Modell zum Jahrgang 2025 technisch deutlich überarbeitet und für 2026 in Details weiter verfeinert, unter anderem mit zusätzlichen Komfort-, Sicherheits- und Infotainment-Funktionen.

Design & Anmutung: Kein Lifestyle-SUV

Der erste Eindruck ist klar: Der CX-60 will kein betont verspieltes Lifestyle-SUV sein, sondern ein souveränes, erwachsenes Reisefahrzeug mit Premiumanspruch. Mazda setzt auf lange Motorhaube, weit nach hinten gesetzten Innenraum und eine insgesamt gestreckte Silhouette, die eher an klassische Heckantriebsproportionen als an viele frontgetriebene Mittelklasse-SUV erinnert. Gerade in der Linie Homura Plus wirkt das Auto bewusst sportlicher, weil es die dunkleren Designmerkmale der Homura-Ausstattung mit der Komplettausstattung der Plus-Variante verbindet. Dass Mazda am Kodo-Design festhält und beim Modelljahr 2026 nur behutsam nachschärft, passt gut zum Charakter des Fahrzeugs: Der CX-60 wirkt elegant und hochwertig, ohne modischen Effekten hinterherzulaufen.

Motor & Fahrwerk: 3,3-Liter-Diesel

Besonders interessant ist der Antrieb. Im 3.3L e-Skyactiv D AWD arbeitet der bekannte 3,3-Liter-Reihensechszylinder-Diesel mit 254 PS und 550 Newtonmetern, kombiniert mit Achtgangautomatik, Mildhybrid-Unterstützung und Allradantrieb. Auf dem Papier ist das eine Mischung, die Langstreckenfahrer sofort anspricht: viel Drehmoment, gelassene Kraftentfaltung und eine für diese Fahrzeugklasse bemerkenswert niedrige Normverbrauchsangabe.

Effizienz & Verbrauch: 5,4 Liter laut WLTP

Der Zulassungsschein nennt für den aktuellen D254 je nach Version 5,4 Liter pro 100 Kilometer nach WLTP. In der Praxis sollte man diese Werte dennoch als Best-Case verstehen. In der Praxis, so zeigte unser Test, lag der Verbrauch bei rund sechseinhalb Litern, was für ein fast fünf Meter langes, kräftiges Allrad-SUV zwar weiterhin gut ist, aber eben realistischer ist als die Laborangabe. Wer überwiegend Langstrecke und Landstraße fährt, dürfte den CX-60 deshalb als effizient empfinden; wer oft Kurzstrecke, Stadt und zügige Autobahnetappen mischt, landet eher deutlich über der WLTP-Angabe.

Gerade beim Thema Verbrauch zeigt sich damit die eigentliche Stärke des Mazda: Er ist kein Sparwunder im absoluten Sinn, aber ein sehr vernünftiger Begleiter für Fahrer, die hohe Reichweite, souveränen Durchzug und Diesel-Effizienz suchen. Der große Sechszylinder passt gut zum Charakter des Autos, weil er entspannter und kultivierter wirkt als viele kleinere, stärker aufgeladene Vierzylinder. Gleichzeitig bleibt die bekannte Einschränkung bestehen, dass der CX-60 auch nach der Überarbeitung nicht in jedem Detail so fein abgestimmt wirkt wie einige teurere Premium-Konkurrenten.

Komfort & Automatik: Acht Gänge

Die Modellpflege ab 2025 brachte laut Mazda ein neu abgestimmtes Fahrwerk mit geänderter Vorderachsgeometrie, modifizierter Hinterachse, weicheren Federn hinten und strafferen Dämpfern. Und ja, der Fünftürer verfügt nun über ein harmonischeres, präziseres und komfortableres Verhalten als frühere Modelle. Leider arbeitet die Automatik aber nach wie vor nicht in jeder Situation perfekt geschmeidig.

Innenraum & Cockpit: Fahrerorientiert und klar

Im Innenraum gehört der CX-60 weiterhin zu den angenehmeren Erscheinungen seiner Klasse. Mazda setzt nicht auf überladene Effektflächen, sondern auf ein klares, fahrerorientiertes Cockpit mit hochwertigem Eindruck. Die Verarbeitung ist hochwertig und haptisch überzeugend, und genau das ist eine der großen Stärken des Autos. Materialien, Schaltergefühl und allgemeine Anmutung liegen klar über dem, was viele Volumenhersteller in diesem Segment liefern. In der Homura-Plus-Ausführung kommen dazu die aufgewertete Innenausstattung, das Panorama-Glasschiebedach sowie zusätzliche Komfort- und Sound-Features.

Ausstattung & Verarbeitung: Premium lässt grüßen

Anmerkung: Für das Modelljahr 2026 gibt es darüber hinaus neue Interieur-Optionen wie hellbraune Teil-Nappaleder-/Velours-Kombinationen und akustisch wirksamere vordere Seitenscheiben. Das alles hebt das Ambiente spürbar. Ein kleines Aber bleibt: Der Mazda wirkt hochwertig, aber nicht in jedem Detail so opulent oder digital-inszeniert wie manche deutsche Premium-Alternative. Er setzt stärker auf Ruhe und Solidität als auf Wow-Effekte.

In Homura Plus gehören unter anderem das BOSE-Soundsystem mit 12 Lautsprechern, induktives Laden, Panorama-Dach, sensorgesteuerte Heckklappe und der 360-Grad-Monitor zum Ausstattungsumfang. Für 2026 nennt Mazda zusätzlich Hybrid-Navigation und Alexa-Sprachsteuerung. Positiv ist, dass sich das System über Dreh-Drück-Steller, Touchscreen und Lenkradtasten insgesamt gut handhaben lässt. Weniger modern wirkt, dass Mazda bewusst nicht jede Funktion auf maximale Touch-Bedienung trimmt. Das ist ergonomisch oft sinnvoll, fühlt sich im Vergleich zu sehr displaylastigen Konkurrenten aber etwas konservativer an. Wer klare Strukturen und klassische Bedienlogik schätzt, wird das mögen; wer ein besonders spektakuläres digitales Erlebnis erwartet, eher weniger.

Platzangebot & Kofferraum: Ordentlich vorne

Beim Platzangebot überzeugt der CX-60 überwiegend, aber nicht ohne Einschränkungen. Vorne sitzen Fahrer und Beifahrer großzügig, und auch der Kofferraum fällt mit 570 bis 1.726 Litern alltagstauglich bis reisefreundlich aus. Gerade für Familien oder Vielfahrer ist das ein starkes Argument, zumal die Heckklappe groß ausfällt und der Laderaum gut nutzbar ist. Kritischer ist die zweite Reihe: Er bietet zwar ordentliche Raumverhältnisse, beim Knieraum im Fond ist er allerdings nur Durchschnitt. Das bedeutet in der Praxis: Für zwei Erwachsene reicht der Raum hinten gut, doch im direkten Vergleich mit den besten Raumwundern der Klasse ist der CX-60 eher vorne großzügig und hinten solide als überragend.

Preis & Fazit: Für wen das Auto ist

Bleibt noch die Preisfrage. Nun: Bei 71.250 Euro geht es beim voll ausgestatteten Homura Plus los. Soul Red Crystal M – übrigens steht diese Farbe auch beim Mazda CX-5 der dritten Generatio zur Verfügung – schlägt extra zu Buche, somit kostet der Japaner 72.400 Euro. Im Vergleich zum Wettbewerb ist das also äußerst kompetitiv.

Fazit: Unterm Strich ist der CX-60 3.3L e-Skyactiv AWD Homura Plus des japanischen Herstellers ein eigenständiges Angebot für Käufer, die bewusst etwas anderes suchen als das übliche Mittelklasse-SUV. Der CX-60 ist zudem kein Blender, sondern ein ruhiger, seriöser und angenehm charakterstarker Reisewagen. Wer Wert auf Effizienz, Anmutung und Langstreckenqualitäten legt, findet hier ein SUV mit bemerkenswert eigenem Stil.

MazdaCX-60 3.3L e-Skyactiv AWD Homura Plus
Preisab € 71.250,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 72.400,- inklusive Außenfarbe Soul Red Crystal M
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 20.000 km oder jährlich
Technische DatenMotor: R6, 24V, Partikelfilter, 3.283 cm³, 187 kW/254 PS bei 3.750 U/min, max. Drehmoment 550 Nm bei 1.500-2.400 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,4 s
WLTP-Verbrauch: 5,4 Liter
Testverbrauch: 6,4 Liter
EckdatenL/B/H: 4.745/1.890/1.680 mm
Radstand: 2.870 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1.945/2.516 kg
Kofferraum: 570-1.726 Liter
Anhängelast gebr./ungebr.: 2.500/750 kg
Tank: 58 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 235/50 R20 100W auf 20“-Alus
SicherheitRegelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS/HDA
Airbags: 8