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Judith Porstner über Opel Österreich: Wachstum, Elektrifizierung und neue Modelle

Judith Porstner

Seit 1. Juli 2024 ist Judith Porstner Managing Director von Opel Österreich. Porstner gilt als ausgewiesene Kennerin des heimischen Automobilmarkts und verfolgt das Ziel, die Marktposition von Opel in Österreich nachhaltig zu stärken, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Elektrifizierung und des strukturellen Wandels der Branche, wie sie im Gespräch mit autoinfos.at erzählt.

37 Prozent Plus für Opel im Jahr 2025

Opel hat im Vorjahr 37 Prozent Plus bei den Neuzulassungen verzeichnet. Wie kann die Marke dieses Momentum ins Jahr 2026 mitnehmen?
JUDITH PORSTNER: 2025 war eine gute Basis, auch aufgrund der Modelle wie etwa Grandland und Mokka. Diesen Wachstumskurs wollen wir fortsetzen, wobei hier der Astra eine wesentliche Säule sein wird. Generell zeigt sich, dass Modellvielfalt und unterschiedliche Varianten – beispielsweise bei den Antrieben – hier von großem Vorteil sind. Diesen Anspruch kann Opel sehr gut erfüllen. Ziel ist dabei nicht nur, die Bestandskunden zu bedienen, sondern gezielt Neukunden: Da erweisen sich der Frontera bislang als Zugpferd und den Grandland haben wir auch erfolgreich im B2B-Bereich etabliert.

Und sehen Sie hier schon Erfolge nach den ersten Monaten dieses Jahres?
JUDITH PORSTNER: Das Jahr hat für uns sehr gut begonnen. Die Verkaufsabschlüsse liegen über denen von 2025.

Was erwarten Sie dann vom neuen Astra?
JUDITH PORSTNER: Der Markenname Astra ist in Österreich sehr bekannt. Das Modell hat eine lange Historie und genau deshalb gehen sind wir hier sehr zuversichtlich, dass der neue Astra ein Erfolgsmodell werden wird.

Große Erwartungen an den Opel Astra

Was heißt das in Stückzahlen?
JUDITH PORSTNER: Das ist schwierig zu prognostizieren, aber ein Auto, das im C-Segment so ein herausragendes Standing hat, wird sich sicherlich gut verkaufen. Und noch dazu ist das C-Segment groß. Ich erwarte mir jedenfalls eine Steigerung in absoluten Zahlen im Vergleich zu 2025.

Und wie wichtig ist diesbezüglich die Plug-in-Variante des Astra beziehungsweise Elektrifizierung generell?
JUDITH PORSTNER: Es ist wichtig, alles anbieten zu können. Unser USP ist, dass wir die gesamte Antriebspalette haben und somit den Kunden die Entscheidungsfreiheit zu lassen.

Opel Corsa als Erfolgsgarant

Stichwort Opel Corsa. Wie läuft es dort verkaufstechnisch?
JUDITH PORSTNER: Sehr gut. Der Corsa war in Österreich das meistverkaufte Modell des Stellantis-Konzerns, also quer über alle Marken. Dieser Kleinwagen adressiert unter anderem erfolgreich Non-Profit-Organisationen und Privatkunden, die auf das Preis-Leistungsverhältnis schauen.

Stellantis-Konzern ist ein gutes Stichwort. Denn wenn Sie Marktanteile steigern wollen, ist die Frage, wo kommen die her? Kannibalisieren Sie einander gegenseitig im Konzern, oder liegt der Fokus auf deutschen Mitbewerbern oder Konkurrenten aus Fernost?
JUDITH PORSTNER: Wir sehen bei unseren Eintauschboni, dass Opel als gute Alternative zu anderen europäischen Herstellern wahrgenommen wird. Das ist auch unser Selbstverständnis. Innerhalb des Stellantis-Konzerns ist Opel ganz klar als deutsche Marke positioniert – und daher sehen wir hier konzernintern kaum Kannibalisierungseffekte.

Partnernetz von Opel: Möglichkeit zur Expansion

Wie sieht es in Bezug auf die Opel-Händlerstandorte aus? Welche Pläne verfolgen Sie hier?
JUDITH PORSTNER: Aktuell haben wir 44 Partner mit 64 Standorten. Mit den Businessprovidern haben wir knapp 100 Standorte. Wir haben also eine gute Coverage, die bei rund 93 Prozent liegt. An uns treten nach wie vor potenzielle Partner heran. Wir sind da immer wieder in Gesprächen, schauen aber auch ganz genau, ob dies vom Setup dann auch zu uns passt. Aus meiner Sicht gibt es Möglichkeiten, das Netz von Opel in Österreich weiter auszubauen; aber mit den richtigen Partnern.

Fotos: Opel