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ÖAMTC-Reichweitentest: Elektroautos im Alltag nahe an Herstellerangaben dran

El Prix Sommer 2026

Wie verlässlich sind die offiziellen Reichweitenangaben von Elektroautos im realen Fahrbetrieb? Dieser Frage ging der ÖAMTC Anfang Juni gemeinsam mit seinem norwegischen Partnerclub NAF beim international beachteten Reichweitentest „El Prix“ nach. Insgesamt 24 aktuelle Elektrofahrzeuge wurden dabei unter vergleichbaren Sommerbedingungen auf ihre tatsächliche Reichweite geprüft.

Realreichweite 0,2 Prozent unter dem WLTP-Wert

Das Ergebnis fällt positiv aus: Die getesteten Fahrzeuge erreichten ihre offiziellen WLTP-Werte im Durchschnitt nahezu punktgenau. Die reale Reichweite lag lediglich 0,2 Prozent unter den Herstellerangaben. Für Konsumenten bedeutet das eine deutlich bessere Orientierung bei der Kaufentscheidung und der Planung von Fahrten.

Ziel des „El Prix“ ist es, Elektrofahrzeuge unter möglichst identischen Bedingungen miteinander zu vergleichen. Die Tests fanden bei Temperaturen zwischen 13 und 18 Grad Celsius statt. Alle Fahrzeuge wurden im Minutenabstand auf dieselbe Strecke geschickt, die sowohl Stadtverkehr als auch Landstraßen- und Autobahnabschnitte umfasste. Um die Vergleichbarkeit zusätzlich zu erhöhen, war die Klimaanlage in jedem Fahrzeug auf 20 Grad Celsius eingestellt.

Gefahren wurde nicht nach einem festgelegten Zeit- oder Streckenlimit, sondern bis die Fahrzeuge ihre Leistung nicht mehr aufrechterhalten konnten. Dadurch soll ein möglichst realistisches Bild der tatsächlich nutzbaren Reichweite entstehen.

Die Hälfte erreichte den WLTP-Wert

Die Auswertung zeigt ein insgesamt sehr konsistentes Ergebnis. Zwölf der 24 getesteten Modelle erreichten ihre WLTP-Reichweite oder übertrafen diese sogar. Die größte positive Abweichung betrug 11,4 Prozent, die größte negative 11,7 Prozent. Damit bewegte sich die Mehrheit der Fahrzeuge in einem vergleichsweise engen Bereich rund um die offiziellen Herstellerangaben.

Xpeng X9 wurde Testsieger

Am besten schnitt der Xpeng X9 ab, der seine WLTP-Reichweite um 11,4 Prozent übertraf. Die größte negative Abweichung zeigte der MG IM6, dessen reale Reichweite um 11,7 Prozent unter dem offiziellen Wert lag. Auch zahlreiche Modelle etablierter Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Polestar erreichten Ergebnisse, die sich eng an den offiziellen Reichweitenangaben orientierten.

Neben bereits in Österreich erhältlichen Fahrzeugen nahmen auch mehrere Modelle teil, die hierzulande noch nicht verfügbar sind. Dazu zählen unter anderem der Changan Deepal S05, der Dongfeng Vigo, der Lucid Gravity sowie der MG IM6.

El Prix im Sommer und im Winter

Der „El Prix“ wird seit 2020 vom norwegischen Automobilclub NAF jeweils im Sommer und Winter durchgeführt. Die Testreihe soll die Alltagstauglichkeit von Elektroautos unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen transparent dokumentieren. Besonders der Vergleich zwischen Sommer- und Winterergebnissen liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, wie stark Faktoren wie Temperatur und Fahrbedingungen die Reichweite beeinflussen können. Für Verbraucher bieten die Ergebnisse damit laut Medieninformation eine praxisnahe Orientierung über die Leistungsfähigkeit moderner Elektrofahrzeuge im Alltag.

Foto: ÖAMTC