Hyundai Österreich startet erfolgreich in das Jahr 2026: Mit steigenden Kaufverträgen und Zuwächsen sowohl im Privat- als auch im Firmenkundensegment behauptet die Marke ihre starke Marktposition. Trotz eines dynamischen Wettbewerbsumfelds und intensiven Preisdrucks – insbesondere durch neue Anbieter – gelingt es Hyundai, die Nachfrage über die gesamte Modellpalette hinweg stabil zu halten. Bestseller wie der Tucson sowie wachsende Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen unterstreichen diese Entwicklung. Zusätzliche Impulse werden von kommenden Modellneuheiten wie dem IONIQ 3 erwartet, der eine neue Design-Ära einläutet. Insgesamt zeigt sich: Hyundai ist gut aufgestellt, um den Erfolgskurs auch in einem herausfordernden Marktumfeld fortzusetzen.
Bei Kaufverträgen über dem Vorjahr
Wie ist es für Hyundai in den ersten Monaten 2026 gelaufen?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Insgesamt durchaus positiv und erfreulich. Bei den Kaufverträgen liegen wir über dem Vorjahr. Das sehen wir zwar noch nicht in den Marktanteilen, aber die Kaufverträge liegen wir über unseren eigenen Erwartungen. Aber wir haben auch nicht erwartet, dass der Gesamtmarkt um rund 16 Prozent zugelegt hat. 2026 geht es für unsere Marke darum, die Erfolgszahlen des abgelaufenen Jahres zu verteidigen, denn die Produktoffensive mit neuen Modellen beginnt erst im 4. Quartal.“
Sie sind hauptsächlich im Privatkundenbereich engagiert, wie entwickelt sich das Firmenkundengeschäft?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Auch da sehen wir Zuwächse. Sowohl im Privatkunden- als auch im Firmenkundensegment konnten wir zulegen – unter anderem auch aufgrund der Irankrise und den damit verbundenen Unsicherheiten.“
Mit welchen Modellen?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Grob gesagt bildet sich der Zuwachs linear bei der gesamten Modellpalette ab. Dabei stehen viele unserer Modelle am Ende ihres Produktlebenszyklus; die für einen Gutteil unseres Volumens stehen. Wir bekommen aber noch in den nächsten zwölf Monaten viele Modellneuheiten rein, angefangen beim vollelektrischen IONIQ 3. Die Bilanz ist also äußerst positiv. Wir verteidigen unsere Position ausgesprochen gut.“
Verteidigen in Hinblick auf die chinesischen Wettbewerber, die auf den Markt drängen?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Nicht nur, aber auch. Das ist insofern bemerkenswert, weil wir bei etlichen Modellen – etwa im Kleinwagenbereich – keine preislich günstigen Einstiegsmotorisierungen mehr haben und der i10 zur Gänze weggefallen ist.“
Hyundai Tucson ist Bestseller
Welches Modell ist Ihr Bestseller?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Nach wie vor der Tucson, aber wir haben auch bei den elektrischen Modellen sehr gute Absatzzahlen; beispielsweise beim Kona, der unser meistverkauftes E-Auto ist. Der hat in den vergangenen Wochen einen Boost erlebt und beim bald erhältlichen IONIQ 6 merken wir schon, dass dieser den Geschmack des Publikums trifft. Die Vorbestellungen laufen da sehr gut, wir liegen da über den Erwartungen. Die Entwicklung per se ist also sehr gut.“
Ihre Erwartungen an den IONIQ 3?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Der kommt im September zu uns. Der IONIQ 3 stellt den Beginn einer neuen Design-Ära bei Hyundai dar, läuft in der Türkei vom Band und wird ein enorm wichtiges Modell für uns sein. Ein kompaktes Fahrzeug außen und innen platztechnisch für ein B-Segment-Auto sehr, sehr großzügig dimensioniert. Ich erwarte mir viel von dem Fahrzeug.“
Wie wichtig ist der Preis, auch in Bezug auf die chinesischen Wettbewerber. Rückt das die bisherigen Kaufargumente für Hyundai in Bezug auf Ausstattung in den Hintergrund?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Der Preis ist heutzutage wichtiger denn je. Die chinesischen Mitbewerber drängen mit Kampfpreisen auf den Markt. Nicht nur bei den batterieelektrischen Modellen, sondern auch und vor allem bei den Plug-ins bei denen es ja keine Zölle gibt. Und auch der Branchenprimus hierzulande fährt derzeit eine äußerst aggressive Preispolitik; und das durchaus mit Erfolg. Das drückt massiv auf die Rentabilität.“
E-Mobilität ist gekommen, um zu bleiben
Wird die sanfte Pflanze E-Mobilität mit den nun neuen Steuern und Abgaben brutal abgedreht?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Jede zusätzliche Steuer und Abgabe tut weh und ist ein potenzieller Killer für die Dynamik in dem Bereich. Die Beträge sind zwar teilweise gering, aber auch nicht vernachlässigbar. Viele Unternehmen sind allerdings mittlerweile ESG-getrieben – und daher ist die Anschaffung von E-Autos mittlerweile Bestandteil der Unternehmensstrategie. Viele Private haben mittlerweile Wallbox und PV-Anlage und das ist ein Hebel für diese Menschen, sich ein E-Auto zu kaufen. Warum? Weil sie somit die laufenden Betriebskosten selbst in der Hand haben und diese Kosten sind deutlich geringer im Vergleich zu Verbrennern.“
Also Entwarnung diesbezüglich.
ROLAND PUNZENGRUBER: „E-Mobilität ist gekommen, um zu bleiben.“
Im Gegensatz zu Wasserstoff.
ROLAND PUNZENGRUBER: „Der wird auch kommen, aber weniger im Pkw-Bereich, sondern beim Schwerverkehr. Da ist der Druck – ich sage als Stichwort nur AFIR – seitens der Politik zu groß. Wasserstoff hat aber keine so große Lobby in Österreich. Dennoch ist diese Technologie komplementär zur Batterieelektromobilität zukünftig essentiell im Schwerverkehr und zwar dort, wo die Anforderungen mittels Batterieelektromobilität nicht abdeckbar sind.“
Marktbereinigung durchaus denkbar
Zurück zum Pkw-Markt und die vielen chinesischen Hersteller, die derzeit auf den Markt drängen. Wie geht es hier weiter, etwa in drei Jahren?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Ich denke, es wird hier zu einer Marktbereinigung kommen. Vielleicht nicht in drei Jahren, aber später sicher. Man muss sich die Gründe anschauen, warum diese Hersteller nach Europa und Österreich strömen. Weil der Markt in China schwächelt. Die Überproduktion kommt zu uns. Bei uns in Österreich ist derzeit nur ein Bruchteil der Marken etabliert. Für die weiteren, die folgen mögen, wird es natürlich immer schwieriger und schwieriger, weil sie nicht so leicht ausreichende Händlernetze aufbauen werden können.“
Stichwort Händlernetz. Wie sind da die Entwicklungen bei Hyundai?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Wir sind flächendeckend aufgestellt. Binnen 30 Minuten erreicht man einen Vertriebs- oder Werkstättenpartner von uns. Hier sehen wir also keinen Bedarf für weiteres Wachstum.“
Mögliche Konsolidierungswelle im Handel
Aber generell wird es im Autohandel zu einer Konsolidierungswelle kommen, oder?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Davon gehe ich aus. Das ist aber kein Thema das nur Hyundai betrifft, sondern die gesamte Branche. Ein Grund sind die erodierenden Werkstättenerlöse infolge der E-Mobilität. Bei den Erträgen der Werkstätten zeigt sich darüber hinaus, dass es aufgrund der Assistenzsysteme zu weniger Karosserieschäden kommt. Das wirkt sich natürlich auf die Ertragskomponente der Betriebe aus.“
Betrifft das die Zahl der Standorte oder die Zahl der Betriebe – oder beides?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Sowohl, als auch. Das ist ein allgemeines Thema, das die gesamte Branche betrifft. In Deutschland sieht man diese Entwicklung schon und ich gehe davon aus, dass dies in einer ähnlichen Größenordnung auch auf Österreich zutreffen wird.“
Inwieweit spielen Software, Infotainment, Spiele, Streamingangebote und dergleichen als Kaufargument eine Rolle?
ROLAND PUNZENGRUBER: „Zukünftig wird das state of the art sein und beim Autoverkauf zu einem wesentlichen Faktor werden. Denn die Digitalisierung bedeutet ja nicht nur, dass wir alle mittlerweile Smartphones und Tablets haben, sondern dass dies auch in den Autos zur Grundausstattung gehören muss.“
Fotos: Hyundai

| ZUR PERSON: Roland Punzengruber ist seit 2014 Geschäftsführer der Hyundai Import Gesellschaft in Österreich. Nach seinem Studium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre an der Universität Wien begann er seine Karriere in der Automobilbranche Ende der 1990er‑Jahre bei Peugeot Austria, wo er zunächst die Händlernetzentwicklung leitete. In den folgenden Jahren übernahm er führende Vertriebs- und Managementpositionen bei Citroën in Österreich, Deutschland und Slowenien sowie später erneut bei Peugeot Austria. 2013 wechselte er zu Hyundai Österreich. |



