Der chinesische Hightech-Newcomer XPENG, laut eigenen Angaben einer der führenden Anbieter von intelligenter Elektromobilität, startete vor wenigen Monaten auch in Österreich seinen Vertrieb. Mit autoinfos.at sprach Country Manager Georg R. Staudinger über die Ziele der Marke, Wachstumschancen und die Prioritäten 2026.
Das Auto als Teil des Ökosystems
Wofür soll XPENG in Österreich in einem Satz stehen – und wodurch unterscheiden Sie sich aus Ihrer Sicht am klarsten von europäischen Herstellern und vor allem von anderen chinesischen Marken?
GEORG STAUDINGER: „XPENG steht für intelligente KI-Mobilität, die sich menschlich, erstklassig und im österreichischen Alltag optimal integriert. Wir sind kein bloßer E-Auto-Hersteller, sondern ein Tech-Unternehmen, das eine neue Kategorie schafft: Human-Centric Physical AI Mobility. Das Auto ist dabei nur Teil eines größeren Ökosystems aus Robotik und Zukunftsmobilität. Unsere Technologie soll das menschliche Erlebnis erweitern, nicht ersetzen. Und das Ganze aus Österreich, für Österreich.“
Was sind Ihre Prioritäten für 2026?
GEORG STAUDINGER: „Unsere Prioritäten für 2026: Vertrauen aufbauen, europäische Präsenz stärken und XPENG als führendes Tech-Unternehmen für intelligente Mobilität positionieren. Dazu wollen wir erstens die Marke schärfen: Wir machen unsere menschliche KI-Mobilität im Alltag erlebbar – sicher, transparent und verlässlich für Europa. Zweitens wollen und werden wir verantwortungsvoll expandieren: Wir bauen Produktangebot, Handel und Service aus. Ein Schlüssel für Österreich: Die Partnerschaft mit Magna in Graz beweist unser Bekenntnis „in Europa für Europa“. Und drittens geht es uns um lokale Relevanz: Österreich fordert Qualität, Sicherheit und Engineering. XPENG setzt daher auf nachhaltiges Vertrauen und den Aufbau einer glaubwürdigen Technologiemarke statt auf Wachstum um jeden Preis. Kurzum: 2026 geht es darum, Bekanntheit in Vertrauen, Vertrauen in Erlebnis und Erlebnis in nachhaltiges Wachstum für XPENG in Europa zu verwandeln – wobei Österreich eine bedeutende Rolle auf diesem Weg spielt.“
Alltag durch Technologie optimieren
Welche Kundengruppen sprechen Sie derzeit am stärksten an?
GEORG STAUDINGER: „Unsere erste Zielgruppe waren vor allem Tech-Pioniere und Innovationsbegeisterte. Mittlerweile sehen wir die zweite und dritte Welle: Ganz normale Menschen, die ihren Alltag durch Technologie und Komfort optimieren wollen. Das Auto ist für sie kein Statussymbol alter Schule mehr, sondern ein intelligenter Begleiter, der das Leben einfacher macht.“
Welche Modellneuheiten planen Sie konkret für Österreich in den nächsten 12 bis 18 Monaten – und welche Zielgruppen wollen Sie damit abholen?
GEORG STAUDINGER: „Wir kündigen heute keine konkreten Modelle für Österreich an. Als wichtiger Wachstumsmarkt erhält Österreich künftig genau das, was europäische Kunden fordern: intelligente, sichere und absolut alltagstaugliche Elektrofahrzeuge. Wir sprechen qualitätsbewusste Kunden an – von modernen Familien und Berufstätigen bis zu Dienstwagenfahrern und Tech-Pionieren. Sie alle suchen Innovation, entscheiden aber rational nach Komfort, Effizienz und verlässlichem Nutzen. Die größere Vision ist: XPENG bringt mehr als nur neue Autos nach Europa. Langfristig wollen wir hochentwickelte KI-Funktionen, wie VLA 2.0, einführen und zeigen, wie unser Ökosystem aus physischer KI auch Robotik und Flugmobilität verknüpft. Das Ziel ist klar: Wachstum in Österreich durch Technologie, die den Alltag der Menschen bereichert.“
Fokus auf KI und ADAS-Technologien
Welche technischen Updates oder Modellpflegen sind kurzfristig geplant?
GEORG STAUDINGER: „Wir können uns zu künftigen Produkten oder technischen Funktionen nicht äußern. Unser Ziel ist es jedoch, unsere KI- und ADAS-Technologien im Laufe der Zeit nach Europa zu bringen, sobald die rechtliche Genehmigung vorliegt.“
XPENG fertigt ja bei Magna in Graz. Bleibt es bei einer reinen Endmontage, oder planen Sie eine schrittweise Lokalisierung von Komponenten/Supply-Chain in Europa beziehungsweise Österreich?
GEORG STAUDINGER: „Unser langfristiges Ziel ist es, als verantwortungsvoller und nachhaltiger Akteur in Europa für Europa agieren zu können. In diesem Sinne gehört es zu unserer Vision, künftig auch in Produktionskapazitäten vor Ort zu investieren. Das Tempo und die konkrete Umsetzung dieser Schritte werden sich dabei ganz nach den Anforderungen und der Entwicklung des europäischen Marktes richten.“
Ziel: Führendes Smart-Mobility-Unternehmen
Wo sehen Sie XPENG in fünf Jahren, sowohl in Bezug auf Standorte als auch in Bezug auf Neuzulassungen bei Firmen- wie Privatkunden?
GEORG STAUDINGER: „In fünf Jahren sehe ich XPENG nicht mehr nur als Automobilhersteller, sondern als führendes Technologie- und Smart-Mobility-Unternehmen in Österreich. Ich bin überzeugt, dass XPENG ein starkes, landesweites Netzwerk mit rund 30 bis 35 Standorten aufbauen kann, sodass Kunden überall in Österreich innerhalb von 30 bis 40 Minuten einen Servicepartner erreichen können. Bei den Neuzulassungen sehe ich XPENG unter den Top-5-Marken im österreichischen NEV-Markt (New Energy Vehicles, Anm.). Zudem erwarte ich, dass der Anteil der Privatkunden deutlich wachsen und – insbesondere dank eines breiteren und erschwinglicheren Produktportfolios in den nächsten 18 Monaten – potenziell 50 Prozent erreichen wird.“
Foto: XPENG
| ZUR PERSON: Georg R. Staudinger hat per 1. Oktober 2025 die Leitung von XPENG in Österreich übernommen. Der Oberösterreicher bringt mehr als 30 Jahre Branchenerfahrung mit, darunter Stationen bei General Motors/Opel Austria, Jaguar Land Rover Austria, FCA/Stellantis Austria und zuletzt bei Fisker. |



