Der österreichische Fahrzeugmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich an Fahrt aufgenommen. Nach aktuellen Daten von Statistik Austria wurden von Jänner bis Juni insgesamt 164.529 Personenkraftwagen (Pkw) neu zugelassen. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch bei den gesamten Kraftfahrzeug-Neuzulassungen zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend: Mit 223.734 neu angemeldeten Fahrzeugen wurde ein Plus von 15,7 Prozent verzeichnet.
Alternative Technologien nicht mehr alternativ
Besonders auffällig ist die weiterhin starke Entwicklung alternativer Antriebssysteme. Insgesamt entfielen im ersten Halbjahr 2026 bereits 65,5 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit elektrischem oder hybridem Antrieb. Damit wurden mehr als zwei Drittel aller Neuwagen mit alternativer Technologie ausgestattet. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl dieser Zulassungen um 27,1 Prozent auf 107.836 Fahrzeuge.
Benzin-Hybridfahrzeuge geben den Ton an
Den größten Anteil innerhalb dieser Kategorie stellen Benzin-Hybridfahrzeuge. Sie legten um 33,5 Prozent auf 60.910 Neuzulassungen zu. Reine Elektroautos konnten ebenfalls deutlich zulegen und erreichten mit 40.060 Neuzulassungen ein Plus von 27 Prozent. Rückläufig entwickelte sich hingegen das Segment der Diesel-Hybridfahrzeuge, das um 10,7 Prozent auf 6.864 Fahrzeuge sank. Wasserstofffahrzeuge spielen weiterhin eine untergeordnete Rolle und kamen lediglich auf zwei Neuzulassungen.
Klassische Verbrenner stagnieren
Während alternative Antriebe stark wachsen, stagnieren klassische Verbrenner. Die Zahl der neu zugelassenen Benzin-Pkw blieb mit 40.509 Fahrzeugen nahezu unverändert. Diesel-Pkw verzeichneten hingegen einen Rückgang von 8,3 Prozent auf 16.184 Zulassungen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 56.693 Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb neu zugelassen, was einem Minus von 2,6 Prozent entspricht.
Privatkunden tendieren zu E-Autos
Auch bei den Fahrzeughaltern zeigt sich ein interessantes Bild. Rund 64 Prozent aller neuen Pkw wurden von Unternehmen, juristischen Personen oder öffentlichen Einrichtungen zugelassen. Private Fahrzeughalter zeichneten für 35,8 Prozent der Neuanmeldungen verantwortlich. Besonders hoch war der Privatanteil bei Elektroautos mit 34,2 Prozent. Bei Benzin- und Benzin-Hybridfahrzeugen lagen die Anteile privater Zulassungen mit rund 40 Prozent auf vergleichbarem Niveau.
VW vor Skoda und Audi
Bei den Herstellern behauptete Volkswagen mit einem Marktanteil von 13,9 Prozent seine Spitzenposition vor Skoda (10,7 Prozent), Audi (6,6 Prozent) und BMW (6,3 Prozent). Besonders dynamisch entwickelten sich die Marken BYD, Seat, Mercedes, Skoda, Audi und Volkswagen, die allesamt zweistellige Wachstumsraten erzielten. Rückgänge verzeichneten dagegen unter anderem Dacia, Toyota, Cupra und BMW. Im Segment der Elektrofahrzeuge führten Tesla, Skoda, BMW und BYD die Zulassungsstatistik an.
Die Entwicklung im Juni
Besonders stark fiel die Entwicklung im Juni 2026 aus. Mit 34.256 neu zugelassenen Pkw wurde ein Plus von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erreicht. Fast sieben von zehn Neuwagen verfügten dabei über ein alternatives Antriebssystem. Gleichzeitig verdoppelten sich die Neuzulassungen leichter Nutzfahrzeuge der Klasse N1 nahezu. Branchenbeobachter führen einen Teil dieses Anstiegs auf eine gesetzliche Änderung zurück, nach der bestimmte Assistenzsysteme für neu zugelassene Fahrzeuge ab 7. Juli 2026 verpflichtend vorgeschrieben sind. Dadurch dürften zahlreiche Zulassungen vorgezogen worden sein.



