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Toyota Urban Cruiser: Kompaktes Elektro-SUV mit Allradantrieb im Praxistest

Toyota Urban Cruiser

Toyota zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Automobilherstellern der Welt. Das Unternehmen wurde 1937 in Japan gegründet und entwickelte sich insbesondere durch seine Zuverlässigkeit, hohe Fertigungsqualität und effiziente Antriebstechnologien zu einer globalen Größe. Einen besonderen Meilenstein setzte Toyota 1997 mit der Einführung des Prius, der als erstes in Großserie produziertes Hybridfahrzeug die Elektrifizierung des Automobils entscheidend vorantrieb. Heute verfolgt der Hersteller eine sogenannte Multi-Path-Strategie und bietet neben klassischen Hybridmodellen auch Plug-in-Hybride, Brennstoffzellenfahrzeuge und vollelektrische Modelle, wie etwa den C-HR+, an. Der neue Urban Cruiser stellt dabei einen wichtigen Baustein im Ausbau der elektrischen Modellpalette dar und ergänzt das Angebot unterhalb des größeren bZ4X.

Der Name Urban Cruiser ist Toyota-Kunden dabei nicht unbekannt. Bereits zwischen 2009 und 2014 wurde in Europa ein Modell mit dieser Bezeichnung angeboten. Die aktuelle Generation kehrt jedoch als vollständig neu entwickeltes Elektro-SUV zurück und orientiert sich an den Anforderungen des europäischen Marktes.

Optik: Markantes SUV mit überraschend viel Raum

Auf den ersten Blick zeigt sich der Urban Cruiser deutlich selbstbewusster als viele seiner Konkurrenten im Segment der kompakten Elektro-SUVs. Die Front folgt der aktuellen Designsprache der elektrischen Toyota-Modelle und kombiniert schmale LED-Leuchten mit einer klar gezeichneten Frontpartie. Die bulligen Radkästen und die ausgeprägten Schultern verleihen dem Fahrzeug eine robust wirkende SUV-Präsenz, obwohl die Außenlänge mit 4,29 Metern vergleichsweise kompakt ausfällt.

Der Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Trotz der kompakten Außenmaße schafft Toyota dank eines Radstands von 2,70 Metern ein überraschend großzügiges Raumgefühl. Besonders die verschiebbare Rücksitzbank erhöht die Variabilität erheblich und ermöglicht eine flexible Anpassung zwischen Passagier- und Gepäckraum. Hochwertige Materialien, ein modern gestaltetes Cockpit und klar strukturierte Bedienelemente sorgen für einen zeitgemäßen Eindruck.

Je nach Sitzposition steht ein Kofferraumvolumen von bis zu 306 Litern zur Verfügung, das durch Umlegen der Rücksitze deutlich erweitert werden kann. Das Platzangebot fällt damit für ein Fahrzeug dieser Klasse alltagstauglich aus und macht den Urban Cruiser zu einer interessanten Alternative für Familien und Pendler gleichermaßen.

Ausstattung: Lounge-Version de facto fast komplett

In der Ausstattungslinie Lounge präsentiert sich der Urban Cruiser besonders umfangreich ausgestattet. Bereits serienmäßig verfügt das Modell über zahlreiche Komfortmerkmale, die in diesem Segment nicht selbstverständlich sind. Dazu zählen unter anderem ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, beheizbare Vordersitze, eine Lenkradheizung, LED-Scheinwerfer sowie eine automatisierte Klimaanlage. Hinzu kommen Parksensoren rund um das Fahrzeug und Leichtmetallfelgen.

Die getestete Allradversion profitiert darüber hinaus von zusätzlichen Komfort- und Technologieelementen, die den Alltag erleichtern. Toyota verfolgt dabei die Strategie, viele Ausstattungsdetails bereits serienmäßig anzubieten und die Zahl kostenpflichtiger Extras überschaubar zu halten. Gerade im Vergleich mit einigen europäischen Wettbewerbern ergibt sich dadurch ein attraktives Gesamtpaket.

Das Cockpit wird von einem digitalen Instrumentendisplay und einem zentralen Touchscreen geprägt. Je nach Ausführung kommen ein 10,25 Zoll großes Fahrerdisplay sowie ein 10,1 Zoll großer Zentralbildschirm zum Einsatz. Die Darstellung wirkt modern und übersichtlich, während die Menüstruktur logisch aufgebaut ist.

Infotainment: Moderne Digitalisierung mit klassischen Bedienelementen

Im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern verzichtet Toyota erfreulicherweise nicht vollständig auf physische Bedienelemente. Klimasteuerung und Lautstärke können weiterhin über klassische Schalter beziehungsweise Drehregler angepasst werden, was die Bedienung während der Fahrt erleichtert. Das Infotainmentsystem umfasst Navigationsfunktionen, Smartphone-Integration sowie die Einbindung in die MyToyota-App, über die sich verschiedene Fahrzeugfunktionen auch aus der Ferne steuern lassen. Besonders positiv fällt in der Lounge-Version das verfügbare JBL-Soundsystem auf, das mit einer ausgewogenen Klangqualität überzeugen konnte.

Fahreigenschaften: Komfortabler Allrounder mit zusätzlicher Traktion

In der Lounge-4×4-Ausführung arbeitet ein elektrischer Allradantrieb mit zwei Elektromotoren. Die Systemleistung beträgt 135 kW beziehungsweise 184 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 307 Newtonmetern. Damit beschleunigt der Urban Cruiser in rund 7,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 150 km/h. Damit ist der Fünfsitzer äußerst vernünftig motorisiert.

Im Alltag präsentiert sich das 4,285 Meter lange Fahrzeug angenehm ausgewogen. Die elektrische Kraftentfaltung erfolgt spontan, ohne übermäßig aggressiv zu wirken. Besonders auf nassen Fahrbahnen oder im Winter kann der zusätzliche Elektromotor an der Hinterachse seine Vorteile ausspielen. Toyota hebt ausdrücklich hervor, dass das Allradsystem nicht nur auf befestigten Straßen einen Sicherheitsgewinn bringen soll, sondern auch auf losem Untergrund und bei schlechten Witterungsbedingungen zusätzliche Stabilität bietet.

Die Fahrwerksabstimmung orientiert sich klar am Komfortgedanken. Unebenheiten werden sauber gefiltert, während die Lenkung leichtgängig und gut für den urbanen Einsatz geeignet ist. Dadurch fühlt sich der Urban Cruiser vor allem im Stadtverkehr und auf Landstraßen wohl. Und noch einen Pluspunkt bietet der Toyota Urban Cruiser: Perfekt dosierbare und zur Not stark zupackende Bremsen.

Ladeeigenschaften: Solide Alltagstauglichkeit statt Rekordwerte

Für die AWD-Version kommt eine 61-kWh-Batterie zum Einsatz, deren netto nutzbare Kapazität rund 60 kWh beträgt. Toyota gibt für die Allradversion eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 395 Kilometern an. Der Energieverbrauch wird von Toyota mit etwa 16,6 kWh pro 100 Kilometer angegeben. Und hier kann der Urban Cruiser positiv überraschen: Mit sanftem Gasfuß unterbietet der Fünftürer diesen Wert mit Leichtigkeit. Bei forscherer Fahrweise muss man indessen mit 17, 18 kWh je 100 Kilometer rechnen. Insgesamt also sehr fein für Allrad und 1,9 Tonnen Leergewicht.

Die Batterie nutzt eine Lithium-Eisenphosphat-Chemie, die als besonders langlebig gilt und Vorteile bei Haltbarkeit sowie Kosten bietet. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über ein Thermomanagementsystem, das die Batterie auch bei niedrigen oder hohen Temperaturen im optimalen Arbeitsbereich halten soll.

An Schnellladestationen soll laut dem japanischen Hersteller ein Ladevorgang von zehn auf achtzig Prozent unter optimalen Bedingungen rund 45 Minuten dauern. Damit gehört der Urban Cruiser nicht zu den schnellsten Elektrofahrzeugen am Markt, bewegt sich aber auf einem für dieses Fahrzeugsegment akzeptablen Niveau. In der Praxis kommt er auch an diese Werte heran; immerhin – auch wenn Schnellladen eben nicht zu den Stärken des Wagens zählt. Zu Hause oder an öffentlichen AC-Ladepunkten erfolgt das Laden über einen Typ-2-Anschluss. Besonders interessant ist übrigens auch das von Toyota angebotene Batterieprogramm, das bei regelmäßigen Gesundheitschecks eine Kapazität von mindestens 70 Prozent über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren oder eine Laufleistung von einer Million Kilometern absichert.

Wettbewerbsumfeld: Starke Konkurrenz in der Elektro-Kompaktklasse

Der Urban Cruiser tritt in einem der wachstumsstärksten Bereiche des europäischen Automarktes an. Zu seinen wichtigsten Konkurrenten zählen der Kia EV3, der Volvo EX30, der Skoda Elroq, der Jeep Avenger Electric sowie verschiedene Varianten des Hyundai Kona Elektro. Auch Modelle wie der Smart #1 oder der Peugeot E-2008 bewegen sich in einem ähnlichen Marktumfeld.

Seine größten Stärken spielt der Toyota vor allem bei Variabilität, Allradangebot, Markenvertrauen und Garantieleistungen aus. Beim Schnellladen können einige Wettbewerber allerdings höhere Ladeleistungen vorweisen. Dennoch dürfte Toyota gerade bei Kunden punkten, die großen Wert auf Zuverlässigkeit, Alltagstauglichkeit und langfristige Haltbarkeit legen.

Sicherheit: Umfangreiche Assistenzsysteme serienmäßig

Toyota stattet den Urban Cruiser mit einem umfangreichen Sicherheitspaket aus. Dazu gehören unter anderem ein Pre-Collision-System mit Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung, ein adaptiver Tempomat, ein Spurhalte- beziehungsweise Spurverfolgungsassistent, ein Verkehrszeichenerkennungssystem und ein automatisches Fernlicht. Darüber hinaus stehen ein Totwinkelwarner, Parksensoren sowie eine Rückfahrkamera zur Verfügung.

Unter dem Begriff Toyota T-Mate bündelt der japanische Hersteller zahlreiche aktive Fahrerassistenzsysteme, die sowohl im Stadtverkehr als auch auf Autobahnen unterstützen sollen. Ergänzt wird dies durch die für Elektrofahrzeuge optimierte Karosseriestruktur und moderne Rückhaltesysteme. Und was man aus der Praxis sagen kann: Die Systeme unterstützen gut, manchmal etwas nervös, aber immer zuverlässig.

Fazit: Der Toyota Urban Cruiser Lounge 4×4 präsentiert sich als ausgewogenes Elektro-SUV für den Alltag. Er kombiniert kompakte Außenmaße mit einem überraschend großzügigen Innenraum, einer umfangreichen Ausstattung und einem praxisgerechten Allradantrieb. Die Ladeleistung gehört nicht zur Spitzengruppe des Segments, dafür überzeugen die hohe Variabilität, die umfassende Sicherheitsausstattung und die für Toyota typische Fokussierung auf Zuverlässigkeit und Langzeitqualität. Und zum Test über den Toyota Corolla Cross geht es hier.

ToyotaUrban Cruiser Lounge 4×4
Preisab € 43.190,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 43.790,- inklusive Außenfarbe Grandeur Grey € 600,-
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, danach greift von Service zu Service die Toyota Relax-Garantie (bis 10 Jahre bis max. 160.000 km), 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 15.000 km oder jedes Jahr
Technische DatenMotor: permanenterregter Synchronmotor 135 kW/184 PS Spitzenleistung, 95 kW/130 PS Nenndauerleistung, max. Drehmoment 193 Nm
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,4 s
WLTP-Verbrauch: 16,6 kWh
Testverbrauch: 18,1 kWh
EckdatenL/B/H: 4.285/1.800/1.635 mm
Radstand: 2.700 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1.897/2.360 kg
Anhängelast gebr./ungebr.: 750/750 kg
Kofferraum: 306-562 Liter
Akku: 61 kWh
Reifen: 4 x 225/50 R19 96V auf 19“-Alus
SicherheitRegelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS
Airbags: 6
GeländedatenBodenfreiheit: 180 mm
Böschungswinkel vorne/hinten: 18°/28,8°