Moon Power, die auf E‑Mobilität und Energielösungen spezialisierte Einheit der Porsche Holding Salzburg, bringt mit dem MOON BiDi Charger DC 11 eine bidirektional arbeitende Wallbox auf den Markt. Die Wallbox kann nicht nur Energie in ein Elektrofahrzeug laden, sondern bei Bedarf auch wieder ins Gebäude zurückführen. Damit soll sich der Eigenverbrauch selbst erzeugter Energie erhöhen und die Nutzung vorhandener Stromressourcen flexibler gestalten.
Marktstart nach Erprobungsphase
Dem Verkaufsstart ging nach Unternehmensangaben eine Test- und Erprobungsphase voraus, die gemeinsam mit dem Hersteller Ambibox sowie Marken des Volkswagen Konzerns durchgeführt wurde. Der MOON BiDi Charger DC 11 ist ab sofort in Österreich und Deutschland erhältlich. Der Preis liegt bei 3.750 Euro (netto). Der Bezug ist direkt über Moon Power möglich; außerdem können teilnehmende Händler der Volkswagen‑Konzernmarken bei der Anschaffung unterstützen. Darüber hinaus sollen Marken des Konzerns den Charger über ihre Importeure auch in weiteren europäischen Märkten anbieten.
Kompatibilität und Ausstattung
Laut Moon Power ist die Wallbox bereits mit mehreren Modellen der Marken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Skoda und Cupra kompatibel – konkret mit Fahrzeugen auf der MEB‑Plattform, sofern sie mindestens Softwarestand 3.5 (bei Skoda 5.4) sowie eine Hochvoltbatterie mit mindestens 77 kWh besitzen. Über den CCS‑Anschluss sind Lade‑ und Entladeleistungen von bis zu 11 kW für Vehicle‑to‑Home vorgesehen. Für Konnektivität sind ein Ethernet‑Anschluss und ein WLAN‑Modul genannt; Software‑Updates sollen „over the air“ erfolgen.
Für die Einbindung in ein Lastmanagement verweist das Unternehmen auf ein integriertes Home Energy Management (HEMS) sowie Schnittstellen für Drittanbieter. Die Wallbox soll zudem mit dem hauseigenen Energiemanagement optiMOON kompatibel sein. Anwendungen im Sinne von Vehicle‑to‑Grid seien technisch vorgesehen, sollen jedoch erst dann breit nutzbar sein, wenn die rechtlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen dafür geschaffen sind.
Was bidirektionales Laden ermöglichen soll
Bidirektionales Laden beschreibt das Prinzip, dass Elektroautos nicht nur Strom beziehen, sondern die im Hochvoltakku gespeicherte Energie über den Ladeanschluss wieder abgeben können. In der Praxis wird das Fahrzeug damit – insbesondere während längerer Standzeiten – zu einem mobilen Energiespeicher. Das Potenzial wird vor allem in Kombination mit Photovoltaik‑Anlagen gesehen: Überschüssiger Solarstrom kann tagsüber im Fahrzeug gespeichert und später im Haushalt genutzt werden, etwa abends oder in Zeiten höherer Strompreise. Zudem können solche Lösungen Lastspitzen abfedern und den Energiebedarf eines Gebäudes effizienter steuern.
Einordnung durch das Unternehmen
Moon Power ordnet den Marktstart als Schritt in Richtung stärker dezentraler Energienutzung ein. In diesem Zusammenhang wird bidirektionales Laden als wichtiger Baustein für künftige Anwendungen genannt – sowohl im Haushalt als auch perspektivisch für netzdienliche Konzepte.
Fotos: Moon Power






