Der Name Frontera ist eine Rückkehr – Opel reaktiviert die Bezeichnung des zwischen 1991 und 2004 verkauften, damals Isuzu‑verwandten Offroaders. Heute steht Frontera für den Nachfolger des Crossland und positioniert sich zwischen Mokka und Grandland als kompaktes, kantig gezeichnetes SUV. Das neue Modell basiert auf der Stellantis Smart‑Car/CMP‑Architektur und kommt wahlweise als 48‑Volt‑Mildhybrid oder vollelektrisch. Damit schlägt Opel bewusst ein bezahlbares, alltagstaugliches Kapitel auf – mit mehr Platz als beim Crossland und Fokus auf Effizienz statt Hardcore‑Geländegängigkeit.
Design: klare Kante, Opel‑Vizor und neue Proportionen
Optisch zeigt der Frontera die neue Opel‑Formensprache: eine aufrechte Silhouette, ausgestellt wirkende Radhäuser und vorne der markentypische Opel‑Vizor mit neuem Blitz‑Logo. Die Abmessungen (Länge 4.385 Millimeter, Radstand 2.670 Millimeter) sorgen für stämmige Proportionen – das wirkt robust und zahlt gleichzeitig auf den Nutzwert ein. In Summe entsteht ein eigenständiger, funktionaler Look, der bewusst auf Chromspielereien verzichtet und die praktische Seite betont.
Infotainment: Pure-Panel-Setup mit 10‑Zoll‑Doppelscreens
Beim Cockpit setzt Opel auf Bedienklarheit. Ab der getesteten GS-Version kommt das Pure‑Panel‑Setup mit 10‑Zoll‑Touchscreen plus 10‑Zoll‑Kombiinstrument samt kabellosem Apple CarPlay/Android Auto zum Einsatz Das entspricht dem Ziel „maximaler Komfort, minimale Ablenkung“ und ist in den offiziellen Preis-/Ausstattungsunterlagen eindeutig hinterlegt. Die Bedienbarkeit des Systems ist einfach. Das System im Großen und Ganzen auch leidlich schnell. Die Grafik könnte hingegen besser sein.
Antrieb und Fahreindruck: 1,2‑Liter‑Dreizylinder mit 48‑V‑Boost
Der getestete Antrieb ist der 1,2‑Liter‑Dreizylinder‑Turbo (48‑V‑Mildhybrid), gekoppelt an ein elektrifiziertes Sechsgangdoppelkupplungsgetriebe (eDCT) – in der Praxis ein sanft schaltender, alltagstauglicher Automat. Den Benziner gibt es mit 136 PS und 230 Newtonmetern. Diese Version arbeitet mit einem integrierten E‑Motor (circa 21 kW), der beim Anfahren unterstützt und Segeln/Boosten ermöglicht.
Auf der Straße zeigt der Frontera genau das, was Familien suchen: gutes Ansprechverhalten im Stadt‑ und Landstraßenalltag, komfortables Fahrwerk und moderate Geräuschkulisse. Das komfortable Setup, die ordentliche Traktion an der Vorderachse und die insgesamt bodenständige, stressfreie Abstimmung sprechen eindeutig für den Wagen. Er ist also keine Sportskanone, aber sehr stimmig zum Konzept.
Beim Verbrauch gibt sich der Frontera ebenfalls handzahm. Die 5,3 Liter WLTP erreicht er zwar nicht ganz, aber bei dem Wert ist er bei moderater Fahrweise fast dabei. Das beschert ihm dank 44-Liter-Tank eine Einsatzreichweite von gut und gern 600 Kilometern.
Wer häufiger zieht: Die gebremste Anhängelast des frontgetriebenen fünfsitzigen Fünftürers liegt bei bis zu 1.250 Kilogramm, was im Segment solide ist, aber von manchen Mitbewerbern übertroffen wird.
Platzverhältnisse & Variabilität: groß gedacht
Hier spielt der Frontera seine Trümpfe aus: 460 Liter Kofferraum (bis 1.600 Liter bei umgelegter Rückbank) und ein flacher Ladeboden sorgen im Alltag für unkompliziertes Packen. Die Außenlänge von 4,385 Metern wird also spürbar effizient genutzt. Ein starkes Alleinstellungsargument im B‑/kompakten SUV‑Umfeld.
Im Innenraum sitzt manangenehm hoch, die neuen Intelli‑Seats vorn entlasten durch eine patentierte Aussparung das Steißbein – ein überraschend wirkungsvolles Detail bei langen Etappen. Größtes Manko ist aber leider das Gepäckabteil. Zwar passt genug für den Alltag hinein; allerdings ist die Ladekante ziemlich hoch und die Verarbeitung leider nicht besonders gut.
Preislich kann Opel den Frontera gut positionieren. Die schon sehr gut bestückte 1,2-Liter-GS-Version kostet ab Werk 31.090 Euro. Extras, wie etwa das Komfort-Paket – unter anderem mit Sitz- und Lenkradheizung sowie den schon erwähnten Intelli-Sitzen – kosten lediglich 899 Euro. Somit erhält man um unter 35.000 Euro einen voll ausgestatteten Kompakten mit soliden Fahreigenschaften.
Fazit: Der Frontera 1.2 48V des deutschen Herstellers unter dem Stellantis-Konzerndach trifft den Zeitgeist: viel Platz, klare Bedienung, solide Assistenten und niedrige Betriebskosten – zu Preisen, die bewusst bodenständig kalkuliert sind. Wer Komfort und Nutzwert höher gewichtet als Sportlichkeit, wird mit der 136‑PS‑Variante glücklich. Und wer ein anderes Opelmodell bevorzugt, könnte beim neuen Astra oder dem Grandland Electric fündig werden.











| Opel | Frontera 1.2 Hybrid GS |
| Preis | ab € 31.090,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 33.587,- Garantie: 2 Jahre, 12 Jahre gegen Durchrostung Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr |
| Technische Daten | Motor: R3, 12V, Turbolader, Partikelfilter, 1.199 cm³, 100 kW/136 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment 230 Nm bei 1.750 U/min Getriebe: Sechsgangautomatik Antrieb: Frontantrieb Höchstgeschwindigkeit: 198 km/h WLTP-Verbrauch: 5,3 Liter Testverbrauch: 5,5 Liter |
| Eckdaten | L/B/H: 4.385/1.795/1.635 mm Radstand: 2.670 mm Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1.352/1.830 kg Anhängelast gebr./ungebr.: 1.250/690 kg Kofferraum: 460-1.600 Liter Tank: 44 Liter (Benzin) Reifen: 4 x 215/60 R17 90U auf 17“-Alus |
| Sicherheit | Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/RCTA/TPMS Airbags: 6 |



