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Toyota C‑HR+ 4WD Lounge im Test: Reichweite, Alltag, Laden und Fahrkomfort des Elektro‑SUV

Toyota C-HR+

Toyota zählt zu den Pionieren moderner elektrifizierter Antriebe. Bereits mit dem Prius setzte die japanische Marke früh auf alternative Antriebskonzepte. Beim vollelektrischen Angebot agierte Toyota hingegen lange zurückhaltend. Mit dem neuen Toyota C‑HR+ soll sich das ändern. Das Modell des japanischen Herstellers ergänzt die elektrische SUV-Palette neben Urban Cruiser und bZ4X und tritt in einem besonders wichtigen Marktsegment an: dem der kompakten Elektro‑SUV.

Der Namenszusatz „+“ verweist dabei nicht auf eine weitere Variante des bekannten Hybrid-C‑HR, sondern auf ein eigenständiges Elektrofahrzeug auf Basis der e‑TNGA-Plattform. Der klassische C‑HR zählt europaweit mittlerweile zu den erfolgreichsten Toyota-Modellen mit über einer Million verkauften Fahrzeugen. Der neue C‑HR+ soll diese Erfolgsgeschichte nun in die Elektromobilität übertragen.

Wie wirkt der Toyota C‑HR+ von außen?

Der neue C‑HR+ bleibt der Designphilosophie seines Namensgebers treu. Scharf gezeichnete Karosserieflächen, eine flach abfallende Dachlinie und eine markante Lichtsignatur prägen das Erscheinungsbild. Gleichzeitig wirkt das Fahrzeug in der 660 Euro extra kostenden Zweifarblackierung Mineral metallic/Black deutlich reifer und harmonischer als die ersten Generationen des C‑HR.

Mit 4,53 Metern Länge und einem Radstand von 2,75 Metern fällt der Stromer spürbar größer aus als der Hybrid-C‑HR. Die coupéhafte Dachlinie verleiht ihm Dynamik, ohne die Alltagstauglichkeit vollständig zu opfern. Besonders in der Ausstattung Lounge mit 20‑Zoll-Leichtmetallrädern und Zweifarblackierung wirkt der Toyota hochwertig und präsent. Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 unterstützt nicht nur die Effizienz, sondern unterstreicht auch die aerodynamische Gestaltung.

Eine kleine Schwäche ergibt sich aus der sportlichen Formgebung: Die Sicht nach hinten fällt aufgrund der hohen Heckpartie und der schmalen Heckscheibe eingeschränkt aus. Böse formuliert könnte man von einer Schießschartensicht sprechen. Die serienmäßige 360‑Grad-Kamera kompensiert dies jedoch weitgehend.

Wie präsentiert sich der Innenraum?

Im Innenraum zeigt sich der Toyota deutlich moderner als in früheren Modellen. Das Cockpit wirkt aufgeräumt, hochwertig verarbeitet und klar auf digitale Bedienung ausgerichtet. Die Lounge-Version bietet Sitzbezüge in Velourslederoptik, elektrische Verstellung des Fahrersitzes, Ambientebeleuchtung sowie zahlreiche Komfortdetails.

Durch den langen Radstand profitieren insbesondere die Fondpassagiere von überraschend großzügigen Platzverhältnissen. Trotz der Coupé-Form bleibt die Beinfreiheit überzeugend. Das Kofferraumvolumen von 416 Litern bewegt sich im Klassendurchschnitt.

Positiv fällt die angenehme Sitzposition auf. Die erhöhten Sitze erleichtern den Einstieg und bieten eine gute Übersicht. Weniger gelungen erscheint, dass einige Kunststoffe im unteren Innenraumbereich nicht ganz das Premium-Niveau einiger deutscher Wettbewerber erreichen.

Welche Ausstattung bietet die Lounge-Version?

Bereits die Grundausstattung des C‑HR+ fällt umfangreich aus. Die Lounge-Version legt nochmals deutlich nach. Zur Serienausstattung gehören unter anderem Allradantrieb, 20‑Zoll-Räder, elektrische Heckklappe, 360‑Grad-Kamera, beheizbare Frontscheibe, automatischer Einparkassistent, 22‑kW-AC-Lader, elektrische Fahrersitzverstellung, Wärmepumpe und eine Anhängelast von bis zu 1.500 Kilogramm. Das optionale Sky-&-Sound-Paket ergänzt ein Panorama-Glasdach sowie ein JBL-Premium-Soundsystem mit neun Lautsprechern. Was heißt das preislich? Ab-Preis 52.190 Euro; inklusive Extra 54.170 Euro. Nicht gerade günstig aber in Summe fair.

Wie gut ist das Infotainment?

Im Mittelpunkt steht ein 14‑Zoll-Multimediadisplay mit dem System Toyota Smart Connect. Neben Cloud-Navigation gehören kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Sprachsteuerung und Connected Services zum Funktionsumfang.

Die Bedienung wirkt insgesamt logisch. Reaktionszeiten und Menüführung befinden sich auf zeitgemäßem Niveau. Positiv ist, dass Toyota wichtige Funktionen nicht ausschließlich über Touchfelder steuert. Dadurch bleibt die Bedienung während der Fahrt vergleichsweise unkompliziert und auch Sprachsteuerung funktioniert zuverlässig, erreicht jedoch nicht ganz das Niveau der besten Systeme von Hyundai, Kia oder Mercedes-Benz.

Wie fährt sich der Toyota C‑HR+ 4WD Lounge?

Hier zeigt der elektrische Toyota eine seiner größten Stärken. Die Topversion mobilisiert 252 kW beziehungsweise 343 PS und sprintet in lediglich 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit bewegt sich der C‑HR+ auf Sportwagenniveau.

Wie fühlt sich die Beschleunigung an?

Die Leistungsentfaltung erfolgt spontan und gleichmäßig. Typisch Elektroauto steht das Drehmoment unmittelbar zur Verfügung. Überholmanöver gelingen souverän und auch auf der Autobahn mangelt es nicht an Reserven. Wer es etwas entspannter angehen will, kann auch den Ecomodus aktivieren, bei dem der Zweitonner deutlich gelassener agiert.

Wie arbeitet die Lenkung?

Die Lenkung des Allradlers wirkt direkt und präzise abgestimmt. Sie vermittelt ausreichend Rückmeldung und passt gut zum dynamischen Charakter des Fahrzeugs. Man merkt: Toyota hat beim C‑HR+ Fahrwerk und Lenkung gezielt auf Fahrspaß ausgelegt. Und auch trotz der großen 20‑Zoll-Räder bleibt der Federungskomfort überzeugend. Unebenheiten werden sauber gefiltert. Auf kurzen Querfugen reagiert das Fahrwerk zwar etwas straffer als manche Konkurrenten, insgesamt gelingt Toyota jedoch ein ausgewogener Kompromiss zwischen Dynamik und Komfort.

Wie gut sind die Bremsen des Toyota C-HR+?

Die Bremsanlage des Fünftürers arbeitet kräftig und gut dosierbar. Der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremswirkung gelingt weitgehend harmonisch; und zur Not greifen die Bremsen beinhart zu.

Wie schlägt sich der Toyota beim Laden?

Die Topversion verfügt serienmäßig über einen 22‑kW-Onboard-Lader für Wechselstrom. An einer entsprechenden Wallbox lässt sich die Batterie in rund 3,5 Stunden von 10 auf 100 Prozent laden. Beim Schnellladen unterstützt der C‑HR+ bis zu 150 kW Gleichstrom. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll unter optimalen Bedingungen etwa 28 Minuten dauern; in der Praxis dauert dies eine Spur länger. Positiv: Eine Batterievorkonditionierung gehört serienmäßig zum Ausstattungsumfang.

Mit einer WLTP-Reichweite von 501 bis 507 Kilometern positioniert sich der Allradler im oberen Mittelfeld seiner Klasse. Äußerst positiv ist der niedrige Verbrauch. Bei vorausschauender Fahrweise unterbietet der Fünfsitzer den WLTP-Wert von 15,5 kWh sogar. Als kleiner Kritikpunkt bleibt die maximale DC-Ladeleistung von 150 kW. Einige Wettbewerber wie Hyundai Ioniq 5, Kia EV6 oder XPENG G6 bieten hier inzwischen höhere Werte.

Wer sind die wichtigsten Konkurrenten?

Der Toyota tritt gegen Modelle wie Volkswagen ID.4, Skoda Enyaq, Hyundai Ioniq 5, Kia EV6, Renault Scenic E‑Tech Electric und Tesla Model Y an. Seine größten Pluspunkte sind das auffällige Design, die umfangreiche Ausstattung, die hohe Verarbeitungsqualität, der kräftige Allradantrieb und die langjährige Toyota-Erfahrung im Bereich elektrifizierter Fahrzeuge. Bei Ladegeschwindigkeit und Kofferraumvolumen liegen einige Konkurrenten allerdings noch vorne.

Wie sicher ist der Toyota C‑HR+?

Bereits serienmäßig verfügt der C‑HR+ über Toyota Safety Sense mit Notbremsassistent, adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage, Spurhalte- und Spurführungsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Toter-Winkel-Warner, Kreuzungsassistent und weiteren Assistenzfunktionen. Das Zusammenspiel der Assistenten funktioniert dabei sehr gut – aber markentypisch reagieren die Systeme teils hypernervös.

Beim aktuellen Euro‑NCAP-Crashtest erreichte der Toyota C‑HR+ die Bestwertung von fünf Sternen. Die Ergebnisse umfassen 88 Prozent Insassenschutz für Erwachsene, 85 Prozent Kindersicherheit, 80 Prozent Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer und 79 Prozent bei den Assistenzsystemen.

Welchen Gesamteindruck hinterlässt der Toyota C-HR+?

Fazit: Der Toyota C‑HR+ 4WD Lounge präsentiert sich als gelungenes Elektro‑SUV mit eigenständigem Charakter. Zu seinen größten Stärken zählen das markante Design, die hohe Leistung, das ausgewogene Fahrwerk, die umfangreiche Serienausstattung sowie die moderne Sicherheitsausstattung. Schwächen zeigen sich vor allem beim Kofferraumvolumen, der eingeschränkten Hecksicht und einer Schnellladeleistung, die zwar gut, aber nicht klassenführend ist. Insgesamt liefert Toyota jedoch ein überzeugendes Gesamtpaket, das den C‑HR+ zu einer attraktiven Alternative im stark umkämpften Elektro‑SUV-Segment macht.

ToyotaC-HR+ 4WD Lounge
Preisab € 52.190,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 54.170,- unter anderem inklusive Sky&Sound-Soundsystem
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, danach greift von Service zu Service die Toyota Relax-Garantie (bis 10 Jahre bis max. 160.000 km), 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 15.000 km oder jedes Jahr
Technische DatenMotor: permanenterregter Synchronmotor 252 kW/343 PS Spitzenleistung, 136 kW/185 PS Nenndauerleistung, max. Drehmoment 338 Nm
Getriebe: Eingangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,2 s
WLTP-Verbrauch: 15,5 kWh
Testverbrauch: 15,4 kWh
EckdatenL/B/H: 4.530/1.870/1.595 mm
Radstand: 2.750 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2.046/2.560 kg
Anhängelast gebr./ungebr.: 1.500/750 kg
Kofferraum: 416 Liter
Akku: 77 kWh
Reifen: 4 x 235/50 R20 104V auf 20“-Alus
SicherheitRegelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS
Airbags: 8
GeländedatenBodenfreiheit: 184 mm
Böschungswinkel vorne/hinten: 15°/25°