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Mercedes V-Klasse mit Dieselmotor im Test: Luxus-Van für Familie, Business und Reisen

Mercedes-Benz V-Klasse AVANTGARDE 300 d lang

Die Geschichte der Mercedes-Benz V-Klasse reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. Schon damals verfolgte die Marke mit dem Stern das Ziel, die Praktikabilität eines Großraumvans mit dem Komfort einer Business-Limousine zu verbinden. Die aktuelle Generation der V-Klasse basiert weiterhin auf der Baureihe W447, wurde jedoch zuletzt umfassend überarbeitet. Dabei erhielt sie ein deutlich moderneres Design, ein neues Cockpit, zusätzliche Assistenzsysteme und eine stärkere Digitalisierung. Laut Mercedes-Benz bildet die aktuelle Modellgeneration zugleich eine Brücke zur künftigen Luxusstrategie der Marke im Van-Segment.

In diesem Test tritt die Mercedes-Benz V-Klasse AVANTGARDE 300 d lang an. Sie kombiniert die lange Karosserie mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor, 237 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 500 Nm. Die Kraftübertragung übernimmt serienmäßig die 9G-TRONIC-Automatik. Die Langversion misst 5,14 Meter und gehört damit zu den größten PKW-Modellen auf Österreichs Straßen.

Wie wirkt die V-Klasse von außen?

Das Facelift hat der V-Klasse sichtbar gutgetan. Die Front zeigt sich mit einer markanteren Kühlergestaltung, modernen LED-Lichtsignaturen und einem insgesamt hochwertigeren Auftritt. Neue Felgendesigns und zusätzliche Lackierungen sorgen ebenfalls für mehr Präsenz. Trotz ihrer Größe wirkt die V-Klasse weniger wie ein klassischer Kleinbus und eher wie ein luxuriöser Großraum-PKW.

Vor allem in der AVANTGARDE-Ausführung gelingt der Balanceakt zwischen repräsentativem Business-Shuttle und Familienfahrzeug. Die Proportionen bleiben naturgemäß van-typisch, doch die elegante Front und zahlreiche Chromdetails verleihen dem Fahrzeug eine deutlich hochwertigere Anmutung als vielen Mitbewerbern.

Wie hochwertig präsentiert sich der Innenraum?

Im Innenraum zeigt sich die größte Veränderung gegenüber früheren Modelljahren. Die neu gestaltete Instrumententafel mit zwei 12,3-Zoll-Displays verleiht der V-Klasse ein modernes Premium-Ambiente. Hochwertige Materialien, eine angenehme Haptik und die sorgfältige Verarbeitung erinnern stärker an aktuelle Mercedes-PKW als an einen klassischen Van.

Besonders positiv fällt auf, dass trotz der Digitalisierung weiterhin wichtige Funktionen direkt bedienbar bleiben. Dadurch gelingt die Bedienung während der Fahrt vergleichsweise intuitiv. Die optional verfügbare Ambientebeleuchtung mit 64 Farben steigert zusätzlich den Wohlfühlfaktor auf längeren Reisen. Die Designer von Mercedes-Benz haben hier also ganze Arbeit geleistet.

Welche Ausstattung bietet die AVANTGARDE-Version?

Bereits die Serienausstattung fällt großzügig aus. Zum Ausstattungsumfang gehören unter anderem das MBUX-Infotainmentsystem, eine Vielzahl moderner Assistenzsysteme, die elektrische Bedienung zahlreicher Funktionen und die charakteristische Mercedes-Komfortausstattung. Im Zuge der Modellpflege wurden zahlreiche bisher optionale Extras in die Serienausstattung übernommen. Die AVANTGARDE-Ausstattung wiederum richtet sich gezielt an Kunden, die ein gehobenes Ambiente wünschen. Hochwertige Designelemente, Komfortdetails und moderne Lichttechnik heben die Variante spürbar über das Basisniveau und machen den Innenraum zur Wohlfühlreisezone.

Wie gut sind Platzangebot und Alltagstauglichkeit?

Hier spielt die V-Klasse eine ihrer größten Stärken aus. Je nach Konfiguration finden bis zu acht Personen Platz. Die große Schiebetür auf beiden Fahrzeugseiten erleichtert den Einstieg erheblich. Auch Erwachsene reisen in der zweiten und dritten Reihe äußerst komfortabel.

Der Radstand von 3,20 Metern schafft also großzügige Platzverhältnisse und selbst bei voller Besetzung bleibt ausreichend Stauraum vorhanden. Das Kofferraumvolumen der Langversion liegt je nach Bestuhlung bei über 1.000 Litern und kann durch Umklappen oder Entfernen der Sitze auf mehr als 4.600 Liter anwachsen. Gerade Familien, Shuttle-Unternehmen oder Reisende profitieren von dieser Flexibilität. Kaum ein anderes Premiumfahrzeug vereint Komfort und Raumangebot in vergleichbarer Weise.

Wie schlägt sich das Infotainment im Alltag?

Das aktuelle MBUX-System zählt zu den besten Lösungen in diesem Fahrzeugsegment. Die Menüführung ist logisch aufgebaut, die Sprachsteuerung Hey Mercedes funktioniert zuverlässig und die Rechenleistung wurde gegenüber früheren Versionen verbessert. Außerdem stehen Navigation mit Augmented Reality, Smartphone-Integration und zahlreiche Online-Dienste zur Verfügung. Im Alltag überzeugt die Kombination aus Touchscreen, Lenkradbedienung und Sprachsteuerung. Gerade auf langen Fahrten zeigt sich der Komfortgewinn moderner Vernetzung.

Wie fährt sich der 300 d in der Praxis?

Die kurze Antwort lautet: souverän. Und ja, 237 PS sind für den Zweitonner mehr als ausreichend. Der 2,0-Liter-Vierzylinder entwickelt 500 Nm (Newtonmeter) Drehmoment und beschleunigt die heckgetriebene Langversion in rund 7,9 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut offiziellem Zulassungsschein bei 214 km/h. Für ein Fahrzeug dieser Größe sind das bemerkenswerte Werte.


Darüber hinaus sammelt der Van Pluspunkte beim Verbrauch. Zwar erreicht der knapp 2,5 Tonnen schwere Mercedes nicht ganz den WLTP-Referenzwert (laut Zulassungsschein) von 8,0 Litern. Aber mit 8,3 Liter Verbrauch je 100 Kilometer ist der Dieselmotor im Realbetrieb knapp dran. Entspannte Autobahnfahrten mit Abstandstempomat bei Tempo 120 quittiert er sogar mit Werten unter acht Litern.

Wie arbeitet die 9G-TRONIC?

Die Automatik schaltet meist sanft und unauffällig. Besonders auf Autobahnetappen harmoniert sie ausgezeichnet mit dem drehmomentstarken Diesel. Der Motor bleibt dabei angenehm laufruhig.

Wie verhält sich das Fahrwerk?

Mercedes legt wohl Wert auf die Bandscheiben der Insassen und hat daher das Fahrwerk bewusst auf Komfort ausgelegt. Lange Bodenwellen und Autobahnetappen bügelt der Van souverän weg. Gleichzeitig vermittelt er mehr PKW-Feeling als zahlreiche Konkurrenten. Allerdings bleiben die hohen Fahrzeugmasse und der Schwerpunkt in schnellen Kurven spürbar. Eine sportliche Fahrmaschine ist die V-Klasse also trotz Fahrmodi nicht.

Wo liegen die Schwächen?

Im Stadtverkehr machen sich die Fahrzeugabmessungen, wir reden von 5,14 Metern Länge und einem Radstand von mehr als drei Metern, bemerkbar. Die Karosserie wirkt teilweise unübersichtlich und erfordert Aufmerksamkeit beim Rangieren. Zudem sind Anschaffungspreis und laufende Kosten im Vergleich zu vielen Konkurrenten hoch. So kostet der nahezu voll ausgestattete V 300 d gut 98.000 Euro inklusive Extras. Auch die Fahrdynamik erreicht nicht das Niveau moderner Limousinen.

Wie steht es um die Sicherheit?

Mercedes stattete auch diesen Testwagen serienmäßig mit zahlreichen Assistenzsystemen aus. Dazu zählen unter anderem Aktiver Brems-Assistent mit Kreuzungsfunktion, Aktiver Spurhalteassistent, Totwinkelassistent, Verkehrszeichenerkennung, Aktiver Abstands-Assistent DISTRONIC und ATTENTION ASSIST. Eine Rückfahrkamera ist selbstredend auch mit an Bord. Optional stehen weitere Assistenzpakete zur Verfügung. Die verfügbaren MULTIBEAM-LED-Scheinwerfer erhöhen zudem die Sicht bei Nacht erheblich. Insgesamt zählt die V-Klasse im Segment zu den sichersten Angeboten.

Wer sind die wichtigsten Konkurrenten?

In Österreich trifft die V-Klasse auf Fahrzeuge wie den Volkswagen Multivan, den Ford Tourneo Custom, den Opel Zafira Life, den Peugeot Traveller sowie den Citroën SpaceTourer. Während einige Wettbewerber bei Preis oder Praktikabilität Vorteile bieten, setzt die V-Klasse weiterhin Maßstäbe bei Materialqualität, Komfort, Image und Business-Tauglichkeit. Genau diese Kombination macht sie zu einer besonderen Erscheinung im Segment.

Wie fällt der Gesamteindruck über den V 300 d aus?

Fazit: Der Mercedes V 300 d lang bleibt einer der überzeugendsten Premium-Vans auf dem österreichischen Markt. ER kombiniert enorme Platzverhältnisse mit hochwertigem Ambiente, moderner Technik und überraschend souveränem Fahrverhalten. Zu den Stärken zählen Komfort, Flexibilität, Infotainment und Langstreckentauglichkeit. Nachteile sind vor allem der hohe Preis, die stattlichen Außenmaße und die im Vergleich zu kleineren PKW eingeschränkte Handlichkeit. Wer jedoch einen luxuriösen Großraumvan für Familie, Shuttle-Einsätze oder Geschäftsreisen sucht, findet in diesem Siebensitzer weiterhin einen der Referenzwerte des Segments. Und erste Fahreindrücke über den vollelektrischen Mercedes-Benz C 400 4MATIC gibt es hier.