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Citroën C5 Aircross Plug-in Hybrid 195 im Test: Reichweite, Komfort, Verbrauch und Stärken des neuen SUV

Citroën C5 Aircross PHEV MAX

Citroën zählt definitiv zu den traditionsreichsten Automobilmarken Europas. Das 1919 gegründete französische Unternehmen machte sich darüber hinaus immer wieder mit unkonventionellen Fahrzeugen einen Namen, von der legendären Ente (also 2CV) über den DS bis hin zu zahlreichen komfortorientierten Familienautos. Komfort, mutige Designlösungen und praktische Alltagstauglichkeit sind bis heute zentrale Bestandteile der Markenphilosophie.

Der C5 Aircross wiederum gehört seit 2018 zum Modellprogramm und entwickelte sich rasch zum wichtigsten SUV der Marke. Mit der zweiten Generation schlägt Citroën nun das nächste Kapitel in dieser Modellgeschichte auf. Der neue C5 Aircross basiert auf der STLA-Medium-Plattform des Stellantis-Konzerns, wächst spürbar in den Abmessungen und wird erstmals konsequent elektrifiziert angeboten. In Österreich ist neben Hybrid- und Elektrovarianten auch der hier getestete Plug-in Hybrid 195 erhältlich.

Wie wirkt der neue Citroën C5 Aircross von außen?

Der aktuelle C5 Aircross verabschiedet sich von den rundlichen Formen seines Vorgängers. Das Design wirkt kantiger, moderner und deutlich selbstbewusster. Die Front wird von der neuen Citroën-Lichtsignatur geprägt, während schmale LED-Leuchten und markante Karosseriekanten dem Fahrzeug mehr Präsenz verleihen. Gleichzeitig bleibt das SUV unverkennbar ein Citroën, denn trotz der neuen Formensprache wirkt der Fünftürer weniger aggressiv als viele Wettbewerber.

Mit einer Länge von rund 4,65 Metern und einem Radstand von knapp 2,8 Metern gehört der neue C5 Aircross inzwischen zu den größeren Vertretern der Mittelklasse-SUV. Der Vorteil, der sich daraus ergibt: Dies kommt vor allem den Platzverhältnissen im Innenraum zugute.

Wie präsentiert sich der Innenraum?

Im schon erwähnten Innenraum verfolgt Citroën einen bewusst wohnlichen Ansatz. Das sogenannte C-Zen-Lounge-Konzept setzt auf weich wirkende Oberflächen, breite Sitze und ein luftiges Raumgefühl. Die Advanced-Comfort-Sitze gehören zweifellos zu den Highlights des Fahrzeugs. Sie bieten eine angenehm weiche Polsterung und eignen sich besonders für lange Strecken.

Auch das Platzangebot überzeugt. Dank des langen Radstands finden Erwachsene sowohl vorne als auch hinten großzügige Bein- und Knieräume vor. Der Kofferraum fasst je nach Konfiguration bis zu 651 Liter und bleibt auch beim Plug-in-Hybrid alltagstauglich. Wird die Rückbank umgelegt, stehen bis zu 1.668 Liter Stauraum zur Verfügung. Eine kleine Schwäche zeigt sich allerdings bei einigen Materialien im unteren Bereich des Cockpits. Dort dominiert harter Kunststoff, was angesichts des Preisniveaus nicht jeden Käufer begeistern dürfte.

Welche Ausstattung bietet der Plug-in Hybrid?

Bereits die Basisausstattung fällt umfangreich aus. Zum Serienumfang gehören unter anderem ein digitales Kombiinstrument, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, zahlreiche Assistenzsysteme sowie die bekannte Citroën-Advanced-Comfort-Federung.

In höheren Ausstattungslinien kommen dann noch unter anderem Matrix-LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera, beheizbare Sitze, elektrische Heckklappe, Massagesitze und erweiterte Fahrassistenzsysteme hinzu. Was den Wagen zudem auszeichnet: Gerade Familien profitieren von den zahlreichen Komfortdetails, den vielen Ablagemöglichkeiten und der hohen Variabilität des Innenraums.

Wie gut ist das Infotainment?

Eine der größten Neuerungen ist der zentrale 13-Zoll-HD-Touchscreen im Hochformat. Citroën bezeichnet ihn als Waterfall-Display. Tatsächlich zählt er zu den größten Bildschirmen seiner Klasse. Ergänzt wird er durch ein digitales Kombiinstrument und je nach Ausstattung durch ein erweitertes Head-up-Display.

Im Alltag arbeitet das System überwiegend flüssig, aber nicht allzu schnell. Die Menüstruktur erscheint übersichtlicher als beim Vorgänger. Besonders positiv ist die kabellose Smartphone-Einbindung hervorzuheben. Auch Navigationsfunktionen, Online-Dienste und Fahrzeugsteuerungen sind nun logisch integriert – das war bei den Infotainmentsystemen von Citroën ja nicht immer so.

Ganz frei von Kritik ist das System allerdings nicht. Wie bei vielen modernen Fahrzeugen wurden zahlreiche Funktionen in den Touchscreen verlagert. Wer klassische Tasten bevorzugt, benötigt etwas Eingewöhnungszeit.

Wie fährt sich der neue Plug-in Hybrid?

Hier zeigt der C5 Aircross seine eigentliche Stärke. Das Motorenduo aus Turbobenziner und E-Aggregat arbeitet harmonisch zusammen. Der Sprint auf Tempo 100 gelingt rasch, die rein elektrische Praxisreichweite von gut 70 Kilometern und mehr kann sich sehen lassen und die Top-Bremsen sprechen deutlich positiv für den C5 Aircross.

Wie gut sind Federung und Komfort des C5 Aircross?

Die spezielle Citroën-Advanced-Comfort-Federung gehört weiterhin zu den Alleinstellungsmerkmalen des Modells. Schlaglöcher, Querfugen und schlechte Straßen werden bemerkenswert gelassen verarbeitet. Das Fahrgefühl erinnert stellenweise an deutlich größere und teurere Fahrzeuge. Wer sportliche Straffheit sucht, wird allerdings weniger begeistert sein. Citroën setzt bewusst auf Reisekomfort statt auf Dynamik.

Wie arbeitet der Antrieb des PHEV?

Der Plug-in Hybrid kombiniert, wie schon erwähnt, einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit 150 PS und einen Elektromotor mit 125 PS. Die Systemleistung beträgt 195 PS, das maximale Drehmoment 350 Newtonmeter. Geschaltet wird über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in 8,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Das reicht für souveräne Fahrleistungen im Alltag vollkommen aus.

Wie verhält sich die Lenkung?

Die Lenkung arbeitet leichtgängig und komfortorientiert. Für schnelle Kurvenfahrten fehlt etwas Rückmeldung, dafür lässt sich das Fahrzeug im Stadtverkehr angenehm manövrieren. Genau hier wird deutlich, dass der C5 Aircross kein Sport-SUV sein möchte.

Wie leistungsfähig sind die Bremsen?

Die Verzögerung fällt überzeugend aus. Der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremsanlage gelingt im Alltag meist harmonisch, wenn auch nicht ganz so nahtlos wie bei einigen Premium-Herstellern.

Wie gut sind Reichweite und Laden?

Ein zentrales Kaufargument des Plug-in Hybrids ist seine vergleichsweise große Batterie mit einer Nettokapazität von 17,8 kWh. Nach WLTP sind bis zu 86 Kilometer elektrische Reichweite möglich, innerorts sogar bis zu 100 Kilometer. Damit zählt der Citroën zu den reichweitenstärkeren Plug-in-Hybriden seiner Klasse.

An einer Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang rund acht Stunden und 25 Minuten. Eine Wallbox mit 3,7 kW reduziert die Ladezeit auf etwa fünf Stunden und 15 Minuten. Mit dem optionalen 7,4-kW-Lader sind rund zwei Stunden und 55 Minuten möglich. Wer regelmäßig lädt und häufig kurze Strecken fährt, kann einen großen Teil seines Alltags rein elektrisch absolvieren.

Gegen welche Konkurrenten tritt der Citroën an?

Nun, hier ist der Wettbewerb mittlerweile intensiv – auch konzernintern. Zu den wichtigsten Rivalen zählen der Peugeot 3008 Plug-in Hybrid, Opel Grandland Plug-in Hybrid, Renault Austral E-Tech, Hyundai Tucson Plug-in Hybrid, Kia Sportage Plug-in Hybrid sowie Volkswagen Tiguan eHybrid.

Während viele Konkurrenten stärker auf Dynamik oder Technologie setzen, verfolgt Citroën einen anderen Ansatz. Kaum ein Fahrzeug in diesem Segment bietet ein vergleichbares Komfortniveau. Dafür sind einige Wettbewerber bei Materialqualität, Fahrdynamik oder Markenimage teilweise stärker positioniert.

Wie steht es um die Sicherheit?

Bereits serienmäßig verfügt das Fahrzeug über einen aktiven Notbremsassistenten, Spurhalteassistenten, Verkehrszeichenerkennung, Aufmerksamkeitswarner und adaptiven Tempomaten. In höheren Ausstattungslinien kommen Totwinkelassistent, Querverkehrswarnung, Spurpositionierungsassistent und halbautomatischer Spurwechsel hinzu. Damit bewegt sich der neue C5 Aircross auf dem aktuellen Stand moderner Fahrerassistenzsysteme.

Wie ist das Gesamturteil über den Citroën C5 Aircross?

Fazit: Der neue Citroën C5 Aircross Plug-in Hybrid 195 setzt nicht auf Sportlichkeit oder Prestige, sondern konsequent auf Komfort. Genau darin liegt seine größte Stärke. Die hervorragenden Sitze, die außergewöhnlich komfortable Federung, der großzügige Innenraum und die alltagstaugliche elektrische Reichweite machen ihn zu einem überzeugenden Familien-SUV. Dem stehen eine eher indirekte Lenkung, einige einfachere Materialien und ein starker Wettbewerbsdruck gegenüber. Wer jedoch ein entspanntes, geräumiges und effizientes Reisefahrzeug sucht, findet im C5 Aircross von Citroën einen der komfortabelsten Plug-in-Hybride, die derzeit in Österreich erhältlich sind. Und zum Test über den ë-C3 Aircross geht es hier.

CitroënC5 Aircross PHEV MAX
Preisab € 45.090,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 45.780,-
Garantie: 2 Jahre ohne km-Begrenzung, 3 Jahre auf Karosserielackierung, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf mindestens 70 Prozent der Batteriekapazität
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre
Technische DatenBenzinmotor: R4, 16V, Turbolader, Partikelfilter, 1.598 ccm, 110 kW/150 PS bei 5.500 U/min., max. Drehmoment 300 Nm bei 2.000 U/min
Elektromotor: 92 kW/125 PS bei 9.000 U/min., max. Drehmoment 118 Nm
Systemleistung: 143 kW/195 PS
Systemdrehmoment: 350 Nm
Getriebe: Siebengangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,3 s
WLTP-Verbrauch: 2,6 Liter
Testverbrauch: 6,8 Liter
EckdatenL/B/H: 4.652/1.936/1.688 mm
Radstand: 2.784 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1.972/2.420 kg
Kofferraum: 565-1.668 Liter
Tank: 55 Liter (Benzin)
Akku: 17,8 kWh (netto)
Reifen: 4 x 235/50 R20 99V auf 20“-Alus
SicherheitRegelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS
Airbags: 7