Der Name Mitsubishi zählt zu den traditionsreichen Marken Japans. Bereits seit den 1970er-Jahren ist der Hersteller in Europa präsent und machte sich mit robusten Allradfahrzeugen sowie Erfolgen im Rallyesport einen Namen. Der Outlander wiederum spielte eine besondere Rolle: 2013 brachte Mitsubishi das weltweit erste Plug-in-Hybrid-SUV in Großserie auf den europäischen Markt.
Die aktuelle vierte Generation knüpft an diese Geschichte an. Sie kehrte voriges Jahr nach einer mehrjährigen Pause nach Europa zurück und wird ausschließlich als Plug-in-Hybrid angeboten. In Österreich steht das Modelljahr 2026 mit 306 PS Systemleistung, serienmäßigem Allradantrieb und einer elektrischen WLTP-Reichweite von bis zu 86 Kilometern an der Spitze des Mitsubishi-Portfolios.
Was kennzeichnet den Outlander außen?
Der Mitsubishi Outlander PHEV Diamond tritt selbstbewusst und beinahe amerikanisch dimensioniert auf. Die markante Front wird vom sogenannten Dynamic Shield geprägt, während die zweigeteilte Lichtgrafik dem SUV einen hohen Wiedererkennungswert verleiht. Mit einer Länge von 4,72 Metern gehört der Outlander zur Mittelklasse und wirkt durch seine breiten Schultern, die ausgeprägten Kotflügel und die serienmäßigen 20-Zoll-Räder der Diamond-Version besonders kraftvoll. Im Vergleich zu vielen Wettbewerbern setzt Mitsubishi weniger auf verspielte Linien als auf eine kantige und robuste Erscheinung. Das lässt den Outlander hochwertig, aber auch etwas konservativer wirken als manche europäische Konkurrenz.
Was kennzeichnet den Outlander im Innenraum?
Im Innenraum überrascht der Outlander mit einem Qualitätsniveau, das deutlich über dem liegt, was viele Käufer bislang mit Mitsubishi verbinden. Hochwertige Materialien, weich ausgeführte Oberflächen und eine sorgfältige Verarbeitung sorgen für einen angenehmen Ersteindruck. Die Gestaltung folgt einer klaren horizontalen Architektur, wodurch das Cockpit aufgeräumt wirkt. Positiv fällt auf, dass Mitsubishi nicht jedem Digitalisierungstrend folgt. Für häufig genutzte Funktionen wie die Klimaregelung stehen weiterhin klassische Tasten und Drehregler zur Verfügung. Das erhöht die Alltagstauglichkeit. Gleichzeitig wirken einzelne Bereiche weniger extravagant als bei manchen Premiumherstellern.
Was ist in der Ausstattung Diamond inkludiert?
Die Ausstattungslinie Diamond zeigt sich umfangreich ausgestattet. Serienmäßig an Bord sind unter anderem ein Panorama-Glasschiebedach, elektrisch verstellbare Sitze mit Memory- und Klimatisierungsfunktion, eine 3-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne und hinten, ein Head-up-Display, eine 360-Grad-Kamera, ein digitales Kombiinstrument sowie ein Yamaha-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern. Hinzu kommen zahlreiche Assistenzsysteme wie adaptiver Tempomat, Totwinkelwarner, Querverkehrswarner, Spurhalteassistent und Frontkollisionswarner. Optional ergänzt das Luxury-Paket die bereits umfangreiche Ausstattung um Semi-Anilin-Ledersitze und Massagefunktionen für die Vordersitze. Im Vergleich zu vielen Wettbewerbern muss daher nur wenig zusätzlich bestellt werden.
Für das aktuelle Modelljahr 2026 haben die Mitsubishi-Designer auch behutsam Hand angelegt. Eine 220-Volt-Steckdose ist nun serienmäßig an Bord. Darüber hinaus wurde die Mittelkonsole neu gestaltet. Der Becherhalter befindet sich nun neben dem Schalthebel und das Staufach wuchs dafür von 2,9 auf 4,2 Liter.
Wie sind die Platzverhältnisse inklusive Kofferraum?
Der lange Radstand von 2,70 Metern sorgt für großzügige Platzverhältnisse auf den vorderen und hinteren Sitzen. Auch Erwachsene finden in der zweiten Reihe ausreichend Bein- und Kopffreiheit. Der Kofferraum fasst laut Hersteller 498 Liter und liegt damit im Klassenvergleich im soliden Mittelfeld. Werden die Rücksitze umgelegt, entsteht ein deutlich größeres Ladeabteil, wobei manche Wettbewerber etwas mehr Maximalvolumen bieten. Einen Frunk gibt es nicht. Praktisch sind hingegen die im Fahrzeug integrierten Ablagen sowie die flexibel umklappbare Rücksitzbank im Verhältnis 40:20:40.
Wie gut ist das Infotainment inklusive Sprachsteuerung?
Das Infotainmentsystem hinterlässt insgesamt einen zeitgemäßen Eindruck. Das 12,3 Zoll große Display bietet kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, die Menüstruktur wirkt logisch aufgebaut. Positiv fällt auf, dass Mitsubishi die wichtigsten Funktionen weiterhin über physische Bedienelemente absichert. Das erleichtert die Bedienung während der Fahrt. Die integrierte Navigation nutzt TomTom-Daten und kann per Sprachsteuerung aktiviert werden. Im Alltag funktioniert die Sprachbedienung grundsätzlich zuverlässig, erreicht aber nicht ganz die Natürlichkeit moderner KI-Systeme mancher deutscher Premiumhersteller. Insgesamt liefert das System dennoch eine überzeugende Vorstellung.
Wie sind die Fahreigenschaften?
In der Praxis zeigt sich der Outlander als komfortorientiertes Reisefahrzeug. Das Zusammenwirken von Benzinmotor und den beiden Elektromotoren gelingt sehr harmonisch, wodurch der Wechsel zwischen den Betriebsarten oft kaum wahrnehmbar erfolgt. Die Systemleistung von 306 PS sorgt für souveräne Fahrleistungen, während der serienmäßige Allradantrieb zusätzliche Traktion bietet. Unebenheiten filtert das Fahrwerk angenehm heraus und besonders auf längeren Strecken punktet das SUV mit hohem Abrollkomfort.
Die Lenkung arbeitet leichtgängig und ausreichend präzise, vermittelt jedoch nicht die Direktheit sportlicher Konkurrenten. Lobenswert sind die angenehme Laufruhe und das entspannte Fahrgefühl. Gleichzeitig wirkt der Outlander bei dynamischer Fahrweise weniger agil und er ist im Grenzbereich eher auf Sicherheit als auf Sportlichkeit ausgelegt. Auch sind leider einzelne Assistenzsysteme etwas zu präsent. Unter dem Strich richtet sich der Outlander des japanischen Herstellers klar an Fahrer, die Komfort und Gelassenheit höher bewerten als maximale Fahrdynamik.
Wie sind die Ladeeigenschaften des Mitsubishi Outlander PHEV?
Für einen Plug-in-Hybrid bietet der Outlander von Mitsubishi interessante Eigenschaften. Die Batterie verfügt über eine Kapazität von 22,7 kWh, was eine elektrische WLTP-Reichweite von bis zu 86 Kilometern ermöglicht. Im Alltag sind je nach Temperatur und Fahrprofil Reichweiten von rund 70 bis über 80 Kilometern realistisch. Geladen wird serienmäßig mit Wechselstrom über eine Phase und maximal 3,7 kW, wodurch eine vollständige Ladung rund 6,5 Stunden benötigt. Ungewöhnlich in diesem Segment ist die vorhandene DC-Schnellladefunktion. Allerdings setzt Mitsubishi weiterhin auf den in Europa selten gewordenen CHAdeMO-Standard. Das ermöglicht zwar Schnellladen auf etwa 80 Prozent in rund 30 Minuten, die Verfügbarkeit passender Ladesäulen wird jedoch zunehmend zum Nachteil.
Wie sieht das Wettbewerbsumfeld aus?
Der Outlander bewegt sich in einem anspruchsvollen Umfeld. Zu den wichtigsten Konkurrenten zählen der Toyota RAV4 Plug-in Hybrid, Mazda CX-60 PHEV, Hyundai Santa Fe Plug-in-Hybrid, Kia Sorento Plug-in-Hybrid sowie der Volvo XC60 Recharge. Gegenüber diesen Modellen punktet der Mitsubishi mit seiner umfangreichen Serienausstattung, dem serienmäßigen Allradantrieb und der hohen elektrischen Reichweite. Nachteile ergeben sich beim AC-Ladetempo und beim inzwischen wenig verbreiteten CHAdeMO-Schnellladestandard. Zudem liegt der Einstiegspreis der Diamond-Version mit 63.090 Euro in einem Bereich, in dem Käufer zahlreiche attraktive Alternativen finden.
Fazit: Der Mitsubishi Outlander PHEV Diamond überzeugt mit viel Komfort, hochwertigem Innenraum, umfangreicher Ausstattung und einer alltagstauglichen elektrischen Reichweite. Schwächen zeigen sich beim veralteten CHAdeMO-Ladeanschluss, beim einphasigen AC-Laden und bei der eher wenig dynamischen Fahrabstimmung. Insgesamt präsentiert sich das SUV als komfortabler und gut ausgestatteter Familienbegleiter und bei einem Listenpreis von weniger als 67.000 Euro ist das D-Segment-SUV in puncto Preis-Leistungsverhältnis fast schon überragend gut. Und hier geht es zum Test über den Mitsubishi Grandis.













| Mitsubishi | Outlander PHEV Diamond |
| Preis | ab € 66.440,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 68.980,- Garantie: 2 Jahre ohne km-Begrenzung, danach weitere 3 Jahre bis maximal 100.000 km, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf den Akku Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre |
| Technische Daten | Benzinmotor: R4, 16V, Partikelfilter, Turbolader 2.360 cm³, 100 kW/136 PS bei 5.000 U/min, max. Drehmoment 203 Nm bei 4.000 U/min Elektromotor vorne: 85 kW/115 PS Spitzenleistung Elektromotor hinten: 100 kW/136 PS Spitzenleistung Systemleistung: 225 kW/306 PS Systemdrehmoment: 450 Nm Getriebe: Eingangautomatik Antrieb: Allradantrieb Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h Beschleunigung 0-100 km/h: 7,9 s WLTP-Verbrauch: 0,8 Liter Testverbrauch: 7,5 Liter |
| Eckdaten | L/B/H: 4.719/1.897/1.750 mm Radstand: 2.704 mm Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2.157/2.685 kg Anhängelast: 1.600/750 kg Kofferraum: 498-756 Liter Tank: 53 Liter (Benzin) Akku: 22,7 kWh Reifen: 4 x 255/45 R20 auf 101W 20“-Alus |
| Sicherheit | Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/RCTA/TPMS Airbags: 8 |
| Geländedaten | Bodenfreiheit: 199 mm Böschungswinkel vorne/hinten: 18,7°/22,5° Rampenwinkel: 18° |



