In der Automobilindustrie bezeichnet der Begriff Plattform die technische Basis eines Fahrzeugs. Sie umfasst zentrale Bauteile und Konstruktionsmerkmale wie Bodenstruktur, Achsen, Karosseriegrundmaße, Einbauräume für Antriebssysteme sowie zahlreiche technische Schnittstellen. Auf einer gemeinsamen Plattform können verschiedene Fahrzeugmodelle entwickelt und produziert werden.
Moderne Fahrzeugplattformen ermöglichen es Herstellern, mehrere PKW-Typen mit unterschiedlicher Karosserieform auf derselben technischen Grundlage aufzubauen. So können beispielsweise ein Kompaktwagen, ein Crossover und ein Kombi viele technische Komponenten teilen, obwohl sie sich optisch und hinsichtlich ihrer Zielgruppe deutlich unterscheiden. Dadurch lassen sich Entwicklungs- und Produktionskosten reduzieren sowie Fertigungsprozesse effizienter gestalten.
Mit dem Wandel zur Elektromobilität gewinnen spezielle Elektroplattformen zunehmend an Bedeutung. Diese wurden von Beginn an für batterieelektrische Fahrzeuge konzipiert und bieten Platz für große Hochvoltbatterien im Fahrzeugboden. Das kann Vorteile bei Raumausnutzung, Fahrstabilität und Reichweite schaffen.
Für Kunden bedeutet eine gemeinsame Plattform nicht, dass verschiedene Fahrzeuge identisch sind. Die Abstimmung des Fahrwerks, Antrieb, Ausstattung, Design und Software können sich deutlich unterscheiden. Dennoch profitieren Hersteller von technischen Synergien, während neue Modelle oft schneller auf den Markt gebracht werden können.